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Der Versuchs-Forwader wog leer 12

Halbe oder ganze Ladung?

Wenn es um das Thema Forwarder und Bodenschutz geht, wird eine Frage immer wieder diskutiert: Soll man die Maschine bei kritischen Bodenverhältnissen eher voll packen, um mit weniger Überfahrten die Rückegassen zu schonen? Oder ist es besser, mit halber Ladung zu rücken, obwohl sich die Zahl der Überfahrten dadurch verdoppelt? Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf hat mit einer Fallstudie nach einer Antwort gesucht.Die Versuche der WSL fanden 2013 mit einen Achtradforwarder Valmet 830.3 auf drei Rückegassen im Forstbetrieb Wagenrain in Bremgarten (Kanton Aargau) statt. Der Forwader wog leer 12,2 t, brachte mit halber Ladung 16,4 t auf die Waage und mit voller Ladung 20,3 t. Zwei der Gassen waren zuletzt vor zehn Jahren befahren worden. Auf einer rückte der Forwarder das Holz mit voller Zuladung in vier Überfahrten; auf der anderen waren mit halber Ladung acht Fahrten nötig. Der Wassergehalt des tiefgründigen, sandig-lehmigen Bodens war zum Zeitpunkt des Befahrens mit 25 % recht hoch, auf jeder Gasse wurde zudem einige Abschnitte bewässert bis der Wassergehalt mit 33 % nahe an der Fließgrenze lag.Nach dem Maschineneinsatz bestimmte die WSL über Parameter wie Lagerungsdichte, Porenvolumen und Eindringwiderstand die Bodenverdichtung und die Verdichtungstiefe in den befahrenen Rückegassen. Dabei kam eindeutig heraus, dass wenig beladene Forwarder trotz der häufigeren Überfahrten eine geringere Bodenverdichtung verursachen als voll beladene. Zudem reicht die Verdichtung weniger tief in den Boden hinein.Keinen so klaren Effekt hatte der Beladungszustand auf die Spurbildung. Während halbe Ladungen bei hohem Bodenwassergehalt (33 %) etwas geringere Fahrspuren erzeugten, war bei niedrigem Wassergehalt (25 %) kein Unterschied zu erkennen. In Bezug auf die Spurbildung sehen die Forscher im Rücken mit halber Ladung daher keinen Vorteil, zumal sich die Rückearbeit dadurch deutlich verteuert.Eine Masterarbeit an der Universität Freiburg kam 2011 in einer vergleichbaren Studie im Schwarzwald zu einem eindeutigeren Ergebnis. Dort bildeten sich bei Teilladungen und höherer Anzahl von Überfahrten tiefere Fahrspuren. Die Auswirkungen auf die Spurtiefe müssen nach Ansicht der Forscher weiter untersucht werden.Quelle:Frutig, F., Lüscher, P.: Was bringt das Rücken mit halber Ladung? Wald und Holz 8/2015, S. 49 – 52

WSL/Red.
Der Versuchs-Forwader wog leer 12 2 t

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