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Häufig gestellte Fragen zur RVR

Bearbeitet von Rainer Soppa

Auf gemeinsame Initiative des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen Holzwirtschaftsrats (DHWR) wurde die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR) als eine bundeseinheitliche Nachfolgeregelung zur Forst-Handelsklassensortierung erarbeitet, in der die Rohholzvermessung und -sortierung, die Abrechnungsmaße und Umrechnungsfaktoren sowie die Begrifflichkeiten im Rohholzhandel auf eine neue Grundlage gestellt wurden.

Die Rahmenvereinbarung für den Roholzhandel in Deutschland (RVR) ist eine branchenintern abgestimmte privatrechtliche Regelung, durch die der bundesdeutsche Rohholzmarkt transparenter und effizienter gestaltet werden soll. Durch eine möglichst hohe Praxis- und Anwendungsorientierung wird eine größtmögliche Akzeptanz bei der bundeseinheitlichen Umsetzung angestrebt.

Der folgende Beitrag stellt den Beginn einer Serie dar, in der der Ständige Ausschuss zur RVR (StA zur RVR) häufig gestellten Fragen (FAQ) zu dem Regelwerk beantwortet, hier eine Frage zu den neuen Abholzigkeitsgrenzwerten:

Warum wurden bei allen Nadelholzarten die Abholzigkeitsgrenzwerte mit der Neuauflage der RVR verschärft und wie war dabei das Vorgehen?

Abholzigkeit bezeichnet die Abnahme des Durchmessers im Verlauf der Längsachse des Rundholzes. Es handelt sich um ein messbares und damit objektiv zu ermittelndes Qualitätskriterium, das wegen seiner Ausbeuterelevanz der bedeutendste wertbestimmende Faktor beim Nadelsägeholz ist (siehe beispielhaften Vergleich von zwei Stammholz-Abschnitten unten). Deutlich voneinander abweichende Abholzigkeits-Durchschnittswerte unterschiedlicher Wuchsgebiete stellen zudem einen wichtigen Faktor in Bezug auf die Chancengleichheit im Wettbewerb der Sägeindustrie dar.
Die bis zum 30.06.2020 in der RVR gültigen Abholzigkeitsgrenzwerte waren so festgelegt, dass nahezu 100% des in Deutschland vorkommenden Fichten- und Kiefernholzes in die Qualitäten B und C gefallen sind. Die alten Grenzwerte waren deshalb im Rahmen der üblichen B/C-Verträge ohne wirtschaftliche Relevanz. Bei Verträgen mit B- und C-Preisen hatten sie nur eine sehr geringe wirtschaftliche Bedeutung.
Aus den genannten Gründen hatten Forst- und Holzseite im Ständigen Ausschuss zur RVR einvernehmlich vereinbart, die Grenzwerte mit der Neuauflage des Regelwerks zum 1. Juli 2020 anzupassen und so die Sortierrelevanz des Merkmals und die Preisvergleichbarkeit zu erhöhen. Die Grenzwerte wurden so vereinbart, dass durchschnittliche Holzqualitäten aufgrund der Abholzigkeit nunmehr in einer Verteilung von 85% B, 12% C und 3% D anfallen sollen.

Die der Grenzwertfindung zugrundeliegenden Analysen waren Ende 2019/Anfang 2020 für Fichte/Tanne und Kiefer von den wissenschaftlichen Beratern des StA RVR – der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg – anhand eines umfangreichen, repräsentativen Datensatzes durchgeführt worden. Da für die Baumarten Lärche und Douglasie keine ausreichenden Datensätze verfügbar waren, wurden zunächst die für Kiefer ermittelten Grenzwerte auf diese Baumarten übertragen. Diese Zwischenlösung soll beibehalten werden, bis eine ausreichende Basis besteht, um gesonderte Werte ableiten zu können.


Tabelle 1_Fragen_zur_RvR

Die Neuregelung ist für Forstleute und Waldbauern auch eine Anregung, das Wissen über den realen Wert des Stammholzes bei der Entscheidung über Pflanzzahlen bei Bestandesbegründung und im Hinblick auf die Bestandserziehung mit einzubeziehen. Die der Grenzwertfindung zugrunde liegenden Analysen wurden Ende 2019/Anfang 2020 für Fichte/Tanne und Kiefer von den wissenschaftlichen Beratern des StA zur RVR – der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg – anhand eines umfangreichen, repräsentativen Datensatzes durchgeführt. Da für die Baumarten Lärche und Douglasie keine ausreichenden Datensätze verfügbar waren, wurden zunächst die für Kiefer ermittelten Grenzwerte auf diese Baumarten übertragen. Diese Zwischenlösung soll beibehalten werden, bis eine ausreichende Basis besteht, um gesonderte Werte ableiten zu können.

StA zur RVR

Aufbereitete RVR-Broschüre in der FNR-Mediathek erhältlich

Plagt der Borkenkäfer unsere Wälder, wird auch die Frage nach der qualitativen Bewertung des befallenen Holzes laut. Mit der Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel (RVR) lässt sich diese Frage beantworten. Die RVR liegt nun wieder als Broschüre in aufbereiteter Form bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) vor. Die RVR-Broschüre fußt auf den Vereinbarungen der Dachverbände der Forst- und Holzwirtschaft – des Deutschen Forstwirtschaftsrats e. V. (DFWR) und des Deutschen Holzwirtschaftsrats e. V. (DHWR) – und dient als Instrument zur Holzsortierung.

Sortierhilfe für Forst- und Holzwirtschaft

Die RVR-Broschüre gibt unter anderem Auskunft, wann etwa von rindenbrütenden Borkenkäfern befallenes Holz noch in die Qualitätstufe B sortiert werden kann und wann es in die minderwertigeren Klassen C oder D rutscht.

Handliche Broschüre und Merkblätter

Nun liegt die handliche Broschüre wieder vor – nachdem sie bereits im Juli in dritter Auflage erschienen und schnell vergriffen war – und kann wieder Waldbesitzenden, Förstern sowie Forst- und Holzunternehmen und anderen Interessierten als wichtige Einschätzungs- und Sortierhilfe dienen. Die aufbereitete RVR-Broschüre und die überarbeiteten Sortiermerkblätter für Stammholz können über die Mediathek der FNR bezogen oder auf der Webseite http://dlv-forst.de/rvr heruntergeladen werden.

Quelle: FNR

Der Ständige Ausschuss zur RVR führt im Februar 2021 u. a. zur Anwendung und Akzeptanz der Neuerungen eine Onlinebranchenbefragung durch die Befragung ist über die Webseite www.rvr-deutschland.de erreichbar.