HolzMarkt

Häufig gestellte Fragen zur RVR – Teil 5

Bearbeitet von Rainer Soppa

Der folgende Beitrag stellt den fünften und letzten Teil einer Serie dar, in der der Ständige Ausschuss zur Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (StA RVR) häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Regelwerk beantwortet, hier eine Frage zu seiner Weiterentwicklung.

Welche Themen bearbeitet der StA RVR derzeit bzw. wird er zukünftig bearbeiten? Mit der RVR beabsichtigen der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR), die Vermessung und Sortierung von Rohholz und die damit zusammenhängenden Begriffsdefinitionen bundeseinheitlich zu standardisieren. Gleichzeitig ist die RVR bewusst als dynamisches, veränderbares Regelwerk angelegt. Neue Erkenntnisse aus Rückmeldungen zur RVR aus der Praxis oder zu neuen technischen oder wissenschaftlichen Entwicklungen bewertet der StA RVR laufend im Hinblick auf eine Notwendigkeit zur Anpassung des Regelwerks.Folgende Themen sind derzeit oder zukünftig in Bearbeitung bzw. in folgenden Bereichen sind wichtige Entwicklungen oder Erkenntnisse für die weitere Arbeit zu erwarten.

Abholzigkeitsgrenzwerte für Douglasie und Lärche

Bei der Aktualisierung der Abholzigkeitsgrenzwerte waren mit der Neuauflage der RVR im Jahr 2020 die für Kiefer ermittelten Werte auf Douglasie und Lärche übertragen worden. Grund hierfür war eine zu geringe Datenbasis für diese beiden Baumarten.

Zahlreiche Rückmeldungen zeigten in der Folge allerdings, dass mit dieser Zuordnung die vereinbarte Qualitätsklassenverteilung (85 % B, 12 % C, 3 % D) verfehlt wird. Unter den Akteuren im StA RVR besteht deshalb Einigkeit darüber, dass die Datenakquise zur Schaffung einer validen Datengrundlage zur Ableitung individueller Abholzigkeitsgrenzwerte für Douglasie und Lärche vorangetrieben werden soll. Dabei ist allen Akteuren bewusst, dass es bei diesen beiden Baumarten schwieriger als bei Fichte/Tanne und Kiefer ist, die regionale Verteilung des Holzaufkommens abzubilden, da nur wenige Werke gemäß Rahmenvereinbarung für die Werksvermessung (RV-WV) zertifizierte Messanlagen (Volumen und Abholzigkeit) betreiben und gleichzeitig in größerem Maße Douglasie und / oder Lärche einschneiden. Deshalb wird ggf. ein modifiziertes Vorgehen zur Ableitung der regionalen Verteilung des Holzaufkommens zum Einsatz kommen. Grundsätzlich besteht aber Einigkeit darin, dass die Arbeiten zur Ableitung baumartenspezifischer Abholzigkeitsgrenzwerte auf Basis verfügbarer Daten aus der Werksvermessung zeitnah weitergeführt und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden sollen.

Überarbeitung der Rindenabzüge

Ein weiteres Arbeitsfeld betrifft die Überarbeitung der in der RVR vorgeschlagenen Rindenabzüge. Hierfür wurde Anfang 2021 ein Arbeitsgremium im StA RVR gegründet. Verschiedene dieses RVR-Kapitel betreffende Änderungsanträge liegen dem StA RVR bereits zur Beratung vor. Sie betreffen – auf Basis von Erkenntnissen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA BW) aus den letzten Jahren – die Rindenabzugswerte bei Fichte und Tanne.

Bereits in verschiedenen Sitzungen des StA RVR wurde weiterhin die Frage thematisiert, vor allem beim Laubholz die Klassen der Rindenabzugswerte an die Übergänge der Stärkeklassen zu koppeln. Dies könnte die Aushaltung in der Praxis erleichtern, genauso wie die Ausbildung und Lehre. Schließlich könnte eine solche Kopplung auch dazu führen, dass in einigen Landesforstbetrieben die Rindenabzüge der RVR stärker als bisher zur Anwendung kommen.

Für die Holzart Eiche liegt für ein solches Vorgehen bereits ein konkreter Antrag vor.

Ggf. sind weitere relevante Erkenntnisse zu Rindenstärken und daraus resultierenden Rindenabzugsfaktoren für Kiefer aus dem Projekt HoBeOpt (folgend) zu erwarten.

Aufgreifen von Erkenntnissen aus dem HoBeOpt-Projekt zur Holzvermessung

Das auf drei Jahre angelegte und von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) geförderte Verbundprojekt „HoBeOpt – Optimierung der Wald-Werk-Holzbereitstellungskette“ geht in die Endphase. Im Rahmen des Projekts hat sich ein Konsortium aus der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V., dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V., der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem Fraunhofer IFF und der FVA BW mit Fragen der Forst-Holz-Logistikkette mit dem Schwerpunkt der Holzvermessung beschäftigt.

Erkenntnisse, die auch für die Arbeit im StA RVR wichtig sein werden, sind unter anderem in folgenden Bereichen zu erwarten und ihre Berücksichtigung in der RVR wird diskutiert werden:

  • Ein Lastenheft für die fotooptische Vermessung von Rundholz als Beschreibung der allgemeinen und technischen Anforderungen einer fotooptischen Poltervermessung für die Anwendung in der Praxis wird erarbeitet.
  • Für die Ermittlung von Krümmung an Stammholz werden verschiedene Algorithmen untersucht bzw. entwickelt und geprüft, inwiefern auf dieser Basis Empfehlungen zur Verbesserung der bisherigen RVR-Regelungen abgeleitet werden können.
  • Es wird ein Leitfaden zur Beschreibung des Einflusses ausgewählter Parameter auf das Gebindevolumen eines Holzpolters entwickelt. Berücksichtigung finden insbesondere die Parameter Stärkeklassenanteile, Sortimentslänge, Polterhöhe, Rinde (+Schäden), Qualität der Polterung, Krümmung, Entastungszustand, Abholzigkeit und Wurzelanläufe. Ähnlich einem in Schweden bereits erprobten Verfahren soll ein Umrechnungsfaktor vom Raummaß mit Rinde in ein Festmaß ohne Rinde durch Korrektur einer baumartenspezifischen Basiszahl je nach Ausprägung der genannten Kriterien ermittelt werden können.

Der Fortgang der Diskussionen und der Bearbeitung der vorgenannten Themen lässt sich in den veröffentlichten Tagesordnungen und Ergebnisniederschriften der Sitzungen des StA RVR nachverfolgen. Zudem werden Aktualisierungen der RVR in einer Änderungsdokumentation online auf der Webseite www.rvr-deutschland.de zur Verfügung gestellt.

Ständiger Ausschuss RVR