Holzernte

Die Hackschnitzelquetsche

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Das Trocknen von Hackschnitzeln für die Weiterverarbeitung oder auch nur zum Einsatz im Heizkraftwerk ist eine aufwändige Geschichte. Entweder braucht man viel Energie oder viel Zeit. Zugleich ist die natürliche Trocknung mit Qualitätsverlusten verbunden. Ein mechanisches Verfahren ist so simpel wie effizient.

Johannes Bohnert hatte ein kleines traditionsreiches Sägewerk im Schwarzwald. Schon vor zehn Jahren begann er zusammen mit der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg an einer Quetschmaschine zu tüfteln, um damit das Wasser aus den Hackschnitzeln zu pressen. Der Gedanke mag auf den ersten Blick kurios erscheinen. Letztlich hat aber doch derjenige Recht, der das Ausgangsmaterial mit dem insgesamt geringsten Kostenaufwand trocknen kann. Daneben haben sich noch andere positive Effekte herausgestellt.

Der Schwammeffekt

Beim Ausquetschen der Holzstücke lässt sich nur das sogenannte „freie Zellwasser“ extrahieren. Daneben ist aber auch noch Wasser in den Zellwänden eingelagert – an dieses kommt man mit der mechanischen Trocknung nicht heran. Trotzdem lässt sich im Durchschnitt die Hälfte der enthaltenen Wassermenge entziehen. Das entspricht einer Reduktion von 55 % Wassergehalt auf 38 %. Selbst wenn das Holzmaterial danach „nur“ zum nächsten Verarbeiter transportiert werden soll, bedeutet das eine wesentlich bessere Auslastung der Transportkapazität, weil man erheblich weniger Wasser spazieren fährt.

Die Nebeneffekte

Durch das Aufbrechen der Holzstruktur beim Quetschengibt es noch ein paar angenehme Nebeneffekte. Johannes Bohnert berichtet von deutlich geringeren Kaliumgehalten bei der Verbrennung, was sich vor allem positiv auf den Feinstaubausstoß auswirkt. Das wird gerade an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg HFR noch genau quantifiziert. Daneben reduziert sich die Aschemenge bei den fertigen Pellets. Deswegen könnte man Produkte, die aus gequetschtem Holzmaterial hergestellt werden, nach Bohnerts Meinung eigentlich als Super-Premium-Pellets verkaufen, was bisher aber nicht gemacht wird.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst&Technik 7/2021 oder in der dazugehörigen digitalen Ausgabe.

Heinrich Höllerl