Holzverkauf und Holzpreise

Hackschnitzel-Handel nimmt deutlich zu

Das hohe Produktionsniveau der europäischen Sägeindustrie sowie die Käferkalamität in einigen Ländern haben den Handel mit Hackschnitzeln aufleben lassen, vor allem im Norden Europas.

Während der vergangenen fünf Jahre ist die Nadelschnittholzproduktion in Europa stetig gestiegen, in den letzten die Jahren befeuert durch die Kalamität mit günstigem Rundholz. Gleichzeitig blieben die Absatzmärkte im In- und Ausland trotz Corona lebhaft.

In den Folge stiegen die produzierten Mengen an Sägenebenprodukten, darunter Hackschnitzel, Hobel- und Sägespäne, deutlich an. Davon profitierten in erster Linie Hersteller von Zellstoff und Papier, Holzwerkstoffen und Pellets.

Plus 80 % rund um die Ostsee

Das Jahresvolumen an Sägerestholz ist mittlerweile auf 17 Mio. m3 gestiegen, was vor allem in Nordeuropa zu einem verstärkten Handel mit Hackschnitzeln führt. Rund um die Ostsee ist dieser von 2015 bis 2020 um 80 % gestiegen. Die Haupthandelsströme sind von Russland nach Finnland, von Norwegen nach Schweden und von den Baltischen Staaten nach Dänemark und Schweden.

Wood Resources International (WRI) schätzt die Hackschnitzelimporte finnischer Zellstoffhersteller 2020 auf 2,6 Mio. m3. 2015 waren es noch 1,4 Mio. Finnland hat damit Japan als größter Importeur von Nadelhackschnitzeln überholt. Der Löwenanteil der Hackschnitzel kommt aus Russland, ein Teil auch aus den baltischen Staaten. Von 2019 auf 2020 sind die Importe aus Russland um 33 % gestiegen. Die Preise sind stabil und liegen nur knapp über denen für heimisches Papierholz.

Finnland importiert mehr, Schweden weniger

Im Gegensatz zu Finnland sind die Hackschnitzelimporte nach Schweden 2020 deutlich zurückgegangen und haben damit einen sechs Jahre dauernden Aufwärtstrend beendet. 2019 erreichten die Importe mit 1,9 Mio. m3 ihren Höchststand. Die Hauptherkunftsländer waren Norwegen, Estland und Lettland. Die Lieferungen von dort sind in den ersten sieben Monaten 2020 um 33 % zurückgegangen. Für das Gesamtjahr wir dein 5-Jahres-Tiefststand erwartet. Ursachen sind die hohe Produktion der schwedischen Sägeindustrie sowie das hohe Käferholzaufkommen in Zentral- und Südschweden, das den Rundholzmarkt flutet.

WRI