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Bisher nehmen zwei Holzspeditionen am ICELT-Gütesiegel teil. Sie kennzeichnen ihre Fahrzeuge mit diesem Logo. Foto: ICELT

Gütesiegel gegen Holzdiebstahl

Der 2014 gegründete Verein ICELT aus Göttingen hat ein neues Gütesiegel entwickelt. Es sichert im Wald gelagertes Holz gegen Diebstahl. ICELT ist die Abkürzung für Independent Certificate for European Log Transport. Speditionen, Waldbesitzer und die Holz verarbeitende Industrie können sich in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung zertifizieren lassen. Als Vorreiter haben sich Hessen-Forst, ThüringenForst und der Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt für das neue Gütesiegel entschieden. Wie der ICELT-Vorsitzende Wolf-Georg Fehrensen mitteilt, soll der Holzverkauf bei diesen Betrieben nach einer Übergangsfrist nur noch an Geschäftspartner mit Gütesiegel erfolgen.Hintergrund für das ICELT-Siegel ist der zunehmende professionelle Holzdiebstahl. Zwar setzen große Waldbesitzer längst stichprobenweise Sicherungssysteme ein: Elektronische Tracker mit GPS-Sender, die in einzelnen Poltern versteckt werden. Ihre Flächenwirkung ist aber unzureichend und die Aufklärungsrate bleibt insgesamt gering.Das ICELT-Gütesiegel hat einen anderen Ansatz. Bei ihm verpflichten sich die Holzspeditionen zum Einbau eines Telematiksystems, das Fahrtrouten und Standzeiten, aber auch Kranbewegungen erfasst. Diese Daten werden verschlüsselt an ICELT übertragen und auf einem gesicherten Server bis zu sechs Monate gespeichert. In diesem Zeitraum kann der Holzeigentümer bei Abweichungen und Fehlmengen nachvollziehen, an welcher Stelle es verdächtige Fahrzeug- oder Kranbewegungen gegeben hat.Zertifizierte Spediteure zahlen je Lkw jährlich 49 € plus monatlich 58 € für den Betrieb der Blackbox, die im Lkw eingebaut wird. Im Gegenzug erhalten sie von ICELT-zertifizierten Auftraggebern eine Frachtprämie in Höhe von 6?Cent je transportiertem Festmeter. Dies soll zu einer vollständigen Rückvergütung der Kosten führen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Auftraggeber der Spreditionen, also Waldbesitz und Holzindustrie, sich möglichst flächendeckend ICELT-zertifizieren lassen.Bisher machen drei Holzspeditionen bei ICELT mit. Ein Grund für diese Entscheidung könnte sein, dass sie sich mit ICELT gegen unseriöse Kollegen abgrenzen. Wie bei ICELT zu erfahren ist, können sie das Telematiksystem außerdem für die Holzlogistik nutzen. ICELT/Red.

Setzen auf ICELT-Gütesiegel (v.l.n.r.): Wolf-Georg Fehrensen (1. Vorsitzender ICELT e.V.) Naturerbefläche Prora: Umweltbildungszentrum statt Wellnesshotel – Forsthaus wird saniert

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