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Günther Nossack verstorben

Günther Nossack verstorben

Günther Nossack, langjähriger Forstchef des Bezirkes Magdeburg – ab 1975 bis zu seiner Invalidisierung – ist am 3. Juni 2015 mit 86 Jahren verstorben.
Nossack wurde am 8. November 1928 in Neulübbenau im Unterspreewald in einfachen Verhältnissen geboren. Nach dem Besuch der Forstschule Joachimsthal wurde er 1951 Revierförster in Bayerswald bei Schwedt, dann Leiter der Oberförsterei Schwedt, Kreisforstamtsleiter und mit 26 Jahren Leiter des Forstbetriebes Frankfurt/Oder mit etwa 50.000 ha Waldfläche und mehreren hundert Mitarbeitern. In dieser Zeit absolvierte Nossack ein Studium in Tharandt an der Fakultät für Forstwirtschaft, das er als Diplom-Ingenieurökonom abschloss. 1964 wurde er in die vorgesetzte Behörde der Forstbetriebe gerufen, die VVB Forstwirtschaft Potsdam, in der er bis 1975, am Ende als Direktor für Ökonomie, tätig war. Als Ergebnis einer Forststrukturänderung wurde Nossack ab 1975 Forstchef im Bezirk Magdeburg als Leiter der Abteilung Forstwirtschaft beim Rat des Bezirkes Magdeburg und beeinflusste sehr stark die dortige Forstwirtschaft.
Nossack war davon getrieben, die Forstwirtschaft voranzubringen. Die neu entstandene Forstabteilung entwickelte Nossack schnell zu einem leistungsfähigen Team. Hohe Anforderungen an jeden mit straffer Kontrolle der Aufgabenerfüllung waren dazu der Weg. Transparenz war eines seiner Arbeitsprinzipien. Konzeptionen, Arbeitspläne, Informationen zum Holzverkauf, Unfallverhütung u.a.m. wurden auch ohne E-Mails allen, die es zur Arbeit brauchten, wenige Tage nach seiner Dienstbesprechung, übergeben. Dabei war der persönliche Einsatz hoch. Alle, die für die Lösung von Aufgaben in der Forstwirtschaft hilfreich sein konnten, wurden in Anspruch genommen und war es auch die Inspektion Staatsjagd.
Bei der Übertragung von Aufgaben, die er nicht angemessen fand, war er ein schwerer Verhandlungspartner. Bei einer nach seiner Meinung zu hohen Nutzungsvergabe für den Bezirk bezeichnete er die Verantwortlichen emotional als „Waldverwüster“.
Doch Nossack übernahm auch persönliche Verantwortung. Unter seiner Führung wurde das Holzausformungswerk Tangermünde mit einer Kapazität von 320.000 Fm errichtet. Besonders zu erwähnen sind davon die etwa 150.000 Fm Dünnholz, die in einer Art „Ganzbaumnutzung“ Entlastung für den immer sehr hoch beauflagten Holzeinschlag brachten, da davon große Mengen nicht durch die Forsteinrichtung geplant waren.
Nossack war ein sehr lebenslustiger kommunikativer Typ. Gern feierte er mit seinen Mitarbeitern, spielte Akkordeon und wir alle sangen Jagd- und Forstlieder. Ende der achtziger Jahre verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Nach mehrjähriger Behandlung wurde Nossack 1989 invalidisiert.
Nach der politischen Wende wurde Nossack noch vereidigter Forstsachverständiger. 1997 wurde er Ehrenmitglied im Bundesverband freiberuflicher Forstsachverständiger. Zunehmende gesundheitliche Probleme ließen Nossack die geliebte Jagd nicht mehr ausüben. Eine unheilbare Krankheit führte dazu, dass Günther Nossack am 3. Juni 2015 aus dem Leben schied.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!
Ehlert Natzke

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