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Grundbesitzerverband NRW fordert Stopp für Nationalpark

Deutliche Kritik an der Planung für einen Nationalpark im Teutoburger Wald hat der Grundbesitzerverband NRW e.V. auf seiner Regionaltagung in Detmold geübt. Die bislang vom Land NRW und vom Kreis Lippe vorgestellten Kulissen entsprächen nicht den Erfordernissen des Bundesnaturschutzgesetzes und würden sich darüber hinaus in eklatanter Weise über die Interessen und Einsprüche von privaten Grundbesitzern hinwegsetzen. „Das Land NRW hat jüngst selber eingeräumt, bei der bisherigen Planung gegen die geltenden Gesetze zu verstoßen. Auch hätten das Haus Lippe und die Gemeinde Horn-Bad Meinberg rechtzeitig erklärt, ihre Waldflächen für den Nationalpark nicht zur Verfügung zu stellen“, sagte Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Grundbesitzerverbandes. „Doch anstatt diesen Sachverhalt anzuerkennen und die Planungen einzustellen, versuchen Land und Kreis mit immer neuen Vorschlägen zu suggerieren, einer Lösung nahe zu sein. Inzwischen werden hierfür gar bundeseigene Flächen auf dem Truppenübungsplatz Senne bemüht, die laut Bundesregierung dafür gar nicht zur Verfügung stehen.“
Der Grundbesitzerverband mahnte die Beteiligten in Düsseldorf und Detmold, sich streng an Recht und Gesetz zu halten und nicht mit Wald- und Naturflächen zu planen, die gar nicht zur Verfügung stehen. „Unter das mittlerweile offenkundige Chaos bei den Planungen muss ein Schlussstrich gezogen“, fordert Freiherr von Elverfeldt. „Man kann doch nicht vom Land NRW schon ein Besucherzentrum betreiben und dort Arbeitsplätze aus Steuermitteln finanzieren für einen Nationalpark, für den es weder eine gültige Kulisse noch einen parlamentarischen Beschluss gibt.“
Man habe den Eindruck, dass das Land NRW und der Kreis Lippe sich aus politischen Erwägungen den Interessen von Naturschutzverbänden wie BUND und NABU beugen. „Wir brauchen einen an der Natur und an der fachlichen Praxis ausgerichteten Naturschutz, der alle mitnimmt – private Grundbesitzer wie das Ehrenamt. Wie bei der bisherigen Planung des Nationalparks Teutoburger Wald ausschließlich den Partikularinteressen weniger Naturschutzverbände und deren Ideologien Rechnung zu tragen, sei nicht zielführend“, so Freiherr von Elverfeldt. Die gleiche Kritik gelte aus Sicht des Verbandes für die vom Land geplante Stiftung Naturerbe und die Novellierung des Jagdgesetzes.
An der Regionaltagung des Grundbesitzerverbandes NRW nahmen 50 Mitglieder teil, sowie Abgeordnete des Landtags NRW.
 
Grundbesitzerverband NRW

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