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Das Kontrollierte Brennen als Pflegemaßnahme von Grünlandbrachen

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 265-279 (2009)
Autor(en): SCHREIBER KF, DROBNIK J, POSCHLOD P

Kurzfassung: Seit 1975 werden in Baden-Württemberg Offenhaltungsversuche in Grünlandbrachen durchgeführt. Auf sechs der 14 Versuchsflächen sind Parzellen eingerichtet, in denen seit mindestens 30 Jahren jährlich oder jedes 2. Jahr kontrolliert gebrannt wird. Die jeweilige Entwicklung der Vegetation blieb artmäßig standortgebunden. Bei vielfach gleich bleibenden Artenzahlen, aber internen Verschiebungen, traten größere Artenverluste nahezu ausschließlich auf feuchten bis nassen Standorten ein Der zunächst deutlichen Austriebsverfrühung folgte eine zunehmende Verzögerung, die zu einer um bis zu 3 Wochen späteren Blüte und geringerem Zuwachs gegenüber den Mulch- und Mäh-Parzellen führte. Die anfänglich eher breite Förderung von Arten mit unterirdischen Ausläufern/Rhizomen, der erst später Rück- und Abgänge folgten, konzentrierte sich vor allem bei jährlichem Brennen in den Halbtrockenrasen auf Brachypodium pinnatum, in feuchten Beständen auf Phalaris arundina-cea. Neben Arten mit Rhizomen nahmen auch solche zu, deren Samendormanz (physikalische Dormanz) durch das Feuer im Frühjahr gebrochen wurde, bzw. solche, die ihre saisonale Keimnische im Frühjahr haben, da als Folge häufig zu heißer Feuer die geschlossene Grasnarbe verschwand und nach dem Brand zunehmend mehr vegetationsfreie Bodenoberflächen entstanden. Bei vielen Pflanzenarten, auch bei zunächst deutlich zurückgedrängten Rosetten- und Horst-Hemikryptophyten, konnte im Laufe der Zeit ein Anpassungsprozess beobachtet werden. Um der Schädigung durch das Feuer zu entgehen, verlegten sie ihre Erneuerungsorgane tiefer in den Boden. Sie trugen damit wahrscheinlich zu der beobachteten Austriebsverzögerung bei und erhöhten vielfach wieder ihre Deckungsanteile. Im Allgemeinen blieben zumindest jährlich gebrannte Parzellen gehölzfrei. Bei starkem Druck durch benachbarte Prunus spinosa-Bestände etablierten sich diese aber auch dort mit kleinen Schöss-lingen; beim Kontrollierten Brennen jedes 2. Jahr konnten sich in den dazwischen liegenden Intervallen schließlich dichte, bis zu > 4 m hohe Schlehengebüsche aufbauen, die mangels brennbarer Streu kaum mehr geschädigt wurden


Burning as management treatment for grassland fallows

Abstract: In 1975, grassland management experiments were established on former grassland fallows in Baden-Wuerttemberg and are maintained since then. At six of 14 study sites the treatments „burning once per year“ and „burning every second year“ were set up. Vegetation development was related to habitat conditions (above all soil physics, soil chemistry). Species numbers remained the same (except at moist to wet conditions where species numbers decreased), but species dominance may have been shifted. At the beginning of the treatment application phenology of shoot started earlier but was replaced by an increasing delay of the phenology (up to three weeks later flowering compared to mulching treatments). Species with rhizomes were promoted. These were in dry calcareous grasslands above all Brachypodium pinnatum and in wet grasslands Phalaris arundinacea. Furthermore, species with seeds having a physical dormancy increased (breaking of the dormancy by high temperatures through softening of the seed coat). Species, which germinate in spring, were also promoted since burning was applied in late winter causing an open sward and many gaps without any litter. Many plant species, even hemicryptopytes with rosettes or tussocks have adapted by the formation of subterranean regeneration buds, which may explain the delay in the phenology in the later stage of the management experiment. In general, the burned plots remained free from woody species. Only in case that Prunusspinosa occured in the vicinity of the plots, it could establish dense stands when burning was applied only every second year. Even subsequent burning could not sustainably damage these stands anymore

© DLV München

 

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