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Grünes Klassenzimmer im BaySF-Forstbetrieb Burglengenfeld

Am 9. November wurde in Burglengenfeld in der Oberpfalz das  „Grüne Klassenzimmer“ eröffnet. Mithilfe des waldpädagogischen Angebots sollen die Waldbesucher zu Gedanken über den Wald inspiriert werden.

Der Bürgermeister der Stadt Burglengenfeld, Thomas Gesche, der Rektor der Sophie-Scholl-Mittelschule in Burglengenfeld, Michael Chwatal und der Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), Thomas Verron, eröffneten am 9. November das „Grüne Klassenzimmer“. Es befindet sich im stadtnahen Waldgebiet Raffa am Rande des bekannten Erholungsschwerpunktes „Kunstwaldgarten“ direkt am Jägerhaus. Das waldpädagogische Angebot soll die Waldbesucher zu Gedanken über den Wald inspirieren. Welche Ansprüche werden von Seiten der Gesellschaft an den Wald gestellt? Das „Grüne Klassenzimmer“ bietet die Möglichkeit, den Unterricht auch praxisbezogen in den Wald zu verlagern.

Mit dem Slogan “Auch der Wald kann digital“ soll deutlich werden, dass im Wald die Digitalisierung längst Einzug gefunden hat. Jeder Förster der Bayerischen Staatsforsten ist heute mit einem wetterfesten Toughpad oder zumindest Smart-Phone mit integrierten Apps und GPS-angebunden unterwegs. So können sofort Forstkarten geladen und auf diesen beispielsweise Borkenkäferschadbäume ortsgenau sichtbar markiert werden.

Digitalisierung im Forst

Ein überdimensionaler Laptop und zwei überdimensionale Smartphones, alle aus heimischem Holz gefertigt, symbolisieren, dass die digitale Zeit im Wald längst angebrochen ist. Ohne EDV ist moderne Fortwirtschaft kaum mehr möglich. Beim Holzeinschlag mit dem Harvester, bei der Holzaufnahme, bei der Holzabfuhr und beim Holzverkauf unterstützt der „Computer“ Förster und Waldbesitzer.

Digitale Wanderung im Grünen Klassenzimmer

Doch es ist noch viel mehr, was Besucher bei einem Blick „auf oder durch“ den Laptop oder das Smartphone im Waldgebiet Raffa sehen können. Der Blickwinkel hängt vom jeweiligen Auge des Betrachters ab. Nachwachsende Buchenverjüngung, starke Lärchen und Fichten, ältere Eichen und Buchen, Totholz oder eine Feinerschließungsgasse, das alles zeigt der Blick durch die „Displays“. Über die zeitliche Schiene, das heißt den wiederkehrenden Blick in gewissem zeitlichen Abstand, kann die im Wald laufende Wuchsdynamik nachvollzogen werden. So sind live der Waldumbau in den BaySF, der Naturschutz im Zusammenhang mit Totholz und Starkholz, das Wirtschaften und auf der anderen Seite Ruhe und Erholung mitzuerleben. Vergänglichkeit, neues Entstehen und vieles mehr werden sichtbar. Durch eine Veränderung des eigenen Blickwinkels entstehen laufend neue Bilder. Das Hintergrundbild von Laptop und Smartphone ändert sich im permanenten Wechsel.

Die Gestaltungsidee wurde von Verron und im Detail von seinem Stellvertreter Erwin Graf geboren. Als neue Revierleiterin im Erholungsraum Raffa unterstützte Lea Franz ihr erstes Projekt vor Ort. Forstwirtschafts- und Ausbildungsmeister Michael Fischer setzte mit seinen Forstwirtlehrlingen die Idee in die filigranen Holzarbeiten um.

BaySF

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