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Grünes Band: Sachsen-Anhalt übernimmt Flächen vom Bund

20 Jahre nach der Wiedervereinigung will sich Sachsen-Anhalt Flächen des Grünen Bandes vom Bund übertragen lassen. Damit übernimmt das Land ca. 1.690 Hektar Flächen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Das Landeskabinett hat am 8. Juni in Magdeburg der Übernahme dieser Flächen zugestimmt.

Nun soll der Vertragsentwurf mit der Bundesregierung für eine Unterzeichnung vorbereitet werden. Zustimmung fand auch die Übertragung von 16.390 Hektar Flächen des Nationalen Naturerbes. Diese Flächen sollen vom Land an Naturschutzverbände und -stiftungen übertragen werden.
Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sagte, dass mit der Übernahme des Grünen Bandes ein einzigartiger Biotopverbund als schützenswerter Erholungs- und Erlebnisraum erhalten werden soll. Das Grüne Band stellt ein lebendiges historisches Denkmal dar und stehe für die Überwindung der deutschen staatlichen Teilung, so der Minister. Der Anteil des Waldes an der Gesamtfläche beträgt 350 Hektar.
Wie Aeikens informierte, übergibt der Bund die Flächen kostenlos an das Land. Die für das Land entstehenden Personalkosten zur Pflege der Flächen in Höhe von insgesamt ca. 250.000 Euro in den nächsten drei Jahren über Pachteinnahmen abgedeckt werden. Das Land geht von Pachteinnahmen in Höhe von 73.000 Euro im Jahr aus. Die Pflege der Flächen soll weiterhin über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erfolgen, so dass die Nutzer der Flächen diese Leistungen der BImA in Anspruch nehmen können.
Das Land bekommt außerdem Flächen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), der BImA und der Bodenverwertungs- und –verwaltungs GmbH (BVVG) als Nationales Naturerbe übertragen. So erhält es die Liegenschaft Zinne-Eckerkrug im Nationalpark Harz (Landkreis Harz) mit ca. 1.860 Hektar. Diese Waldfläche wird seit 1994 bereits vertraglich vom Land bewirtschaftet und soll nun übertragen werden. Eine Liegenschaft in Franzigmark (Saalekreis) mit ca. 256 Hektar und in Westerhausen/Steinholz mit 14 Hektar sollen der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe übertragen werden. Die Umweltstiftung WWF Deutschland will sich zukünftig um ca. 268 Hektar in Großkühnau (Dessau-Roßlau) kümmern. Mit der Übernahme verpflichten sich die Stiftungen, diese Flächen dauerhaft zu sichern und deren naturschutzfachlichen Wert weiter zu entwickeln, so Aeikens.
Die Stiftung Umwelt, Naturschutz und Klimaschutz Sachsen-Anhalt (SUNK) erhält Flächen des Grünen Bandes. Dort sollen dann über die Ökokonto-Verordnung Flächen naturschutzfachlich aufgewertet werden. Zugleich können diese Maßnahmen als Kompensation für unumgängliche Eingriffe in den Naturhaushalt an anderer Stelle angerechnet werden.
Die Bundesregierung hatte 2005 die unentgeltliche Übertragung der Bundesflächen des Grünen Bandes beschlossen. Als Grünes Band wird der fast 1.400 Kilometer lange Geländestreifen entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und dem östlich davon gelegenen Kolonnenweg bezeichnet. Der zwischen 50 und 200 Meter breite Geländestreifen reicht von Travemünde an der Ostsee (Schleswig-Holstein) bis zum Dreiländerecke bei Hof (Bayern). Dort konnte sich aufgrund der erzwungenen Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit über Jahrzehnte ein zusammenhängendes Band von zum Teil ökologisch wertvollen Biotopen entwickeln.
 
Land Sachsen-Anhalt

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