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Grüne Woche: Podiumsdiskussion zum Thema Wald und gesellschaftliche Anforderungen

Grüne Woche: Podiumsdiskussion zum Thema Wald und gesellschaftliche Anforderungen

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche fand am 20. Januar eine Podiumsdiskussion statt zum Thema „Wald im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und gesellschaftlichen Anforderungen“.

Teilnehmende waren Dr. Karin Fehres vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Prof. Andreas W. Bitter, Vorsitzender von PEFC Deutschland, und Norbert Leben, Vizepräsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR).
Anlass der Veranstaltung ist das Bestreben von DOSB und DFWR eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung auf den Weg zu bringen. Waldnutzende sollen für die jeweils anderen, berechtigten Interessen sensibilisiert, es soll für einen konstruktiven Dialog sowie für den gesellschaftlichen Mehrwert von Sport geworben und Verhaltensregeln im Umgang miteinander bzw. im Umgang mit dem Waldeigentum entwickelt werden.
Unter der Moderation von Gerald Dohme, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), widmeten sich die drei Diskutanten der Frage nach zu lösenden Herausforderungen, wie der Erreichbarkeit unorganisierter Erholungssuchender sowie der Frage, wie gemeinsame Kommunikationsstrategien und -medien bedient werden müssen.
Der DOSB stellt als Dachverband mit 27 Mio. Mitgliedschaften, von denen rund 5 Mio. ihren Erholungsschwerpunkt im Wald haben, einen idealen Multiplikator dar, um für die Themen Wald, Forstwirtschaft, Erholung und Eigentum zu sensibilisieren. „Das Waldbetretungsrecht ist eine gesellschaftspolitisch bedeutsame Regel – nicht nur für den Sport. Gleichermaßen gilt: Sportaktive haben im Wald nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, gewisse Spielregeln sind einzuhalten“, so Dr. Karin Fehres. Gleichzeitig fordert der DOSB eine bessere Kommunikation und Abstimmung der Waldbesitzenden mit den örtlichen Interessenvertretern des Sportes, wenn es um die Lenkung von Erholungssuchenden geht oder Wege bei Holzerntemaßnahmen kurzfristig gesperrt werden müssen.
Seit 2015 können Waldbesitzende mit einem „Erholungswaldzertifikat“ ihre besonderen Leistungen für Erholungssuchende durch PEFC zertifizieren lassen. Die Vision von Prof. Andreas W.  Bitter ist, dass sich dieses Zertifikat als großflächiger Standard etabliert – analog des PEFC-Standards für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung – und sich so ein partnerschaftlicher Umgang zwischen allen Akteuren im Wald einstellt.
Norbert Leben würdigte den gesellschaftspolitisch hohen Stellenwert von Bewegung und Sport im Wald. Von dem Abschluss einer bundesweiten Kooperationsvereinbarung erwartet er positive Signale für den Abschluss weiterer Vereinbarungen auf lokaler Ebene, die die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Akteure stärken. Mit aufeinander abgestimmten Kommunikationsstrategien sowie gemeinsamen Wege- und Wegenutzungskonzepten soll den Erholungssuchenden der Zugang zum Wald gewährt und gleichzeitig unzumutbare Einschränkungen für den Waldbesitz vermieden werden.
Der Deutsche Olympische Sportbund und der Deutsche Forstwirtschaftsrat arbeiten aktuell eine entsprechende Kooperationsvereinbarung aus, die in der ersten Jahreshälfte 2017 auf den Weg gebracht werden und eine gemeinsame Zielausrichtung beinhalten soll.
DFWR

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