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Grüne in Sachsen-Anhalt eröffnen Hetzjagd gegen Waldbesitzer

Grüne eröffnen demagogische Hetzjagd gegen 53.000 Waldbesitzer. So der Waldbesitzerverband für Sachsen-Anhalt in einer Reaktion auf die Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landesverband Sachsen-Anhalt vom 23.8.2019 zur Debatte um einen möglichen Bundeswehreinsatz in geschädigten Waldgebieten in Sachsen-Anhalt: „Grüne: Klimaschutz statt Aktionismus!“

Waldbesitzer selber schuld? Mit Falschaussagen zu Monokulturen und deren Verursachern fallen die Grünen in Sachsen-Anhalt über die Waldbesitzer her. Wer hat denn die „Monokulturkrise“ verursacht? Von 1945 bis 1994 gab es in Sachsen-Anhalt keinen privaten Waldbesitz. Gerade in Sachsen-Anhalt sind die heute gefährdeten Monokulturen nicht von privaten Waldbesitzern in freier Verantwortung begründet worden, sondern von eine zentral gelenkten staatlichen Administration! Das sollte Frau Sziborra-Seidlitz als gebürtige Ostberlinerin mit PDS-Vergangenheit am besten wissen. Erst seit 25 Jahren sind private Waldbesitzer zunehmend in der Lage, in Sachsen-Anhalt Waldumbau zu betreiben. Dies machen sie – wie die Bundeswaldinventuren seitdem zeigen – höchst erfolgreich.

Erstmals seit der Wende förderte Sachsen-Anhalt in einem Jahr keinen Waldumbau

Die zugehörige Förderung funktioniert hingegen seit Amtsantritt der Ministerin Dalbert nicht. Statt der möglichen 10,3 Mio. € Mittel für den Waldumbau kamen nur 2,9 Mio. € Fördermittel zur Auskehr. 2016 war die erforderliche Förderichtlinie nicht fertig. Erstmals seit der politischen Wende 1989/90 förderte das Land Sachsen-Anhalt in einem Jahr keinen Waldumbau. Sodann waren die Richtlinien überbürokratisch. Erst August 2019 wurden sie nachgebessert. Claudia Dalbert ist die erste Waldumbau-Verhinderungsministerin.

Waldeigentümer bauen ihre Wälder schon seit der Wende 1989/1990 um!

Trotzdem leisten die Waldbesitzer in Sachsen-Anhalt gemeinnützig den Erhalt der Ökosystemleistungen unserer Wälder, wie die CO₂-Speicherung, den Wasserrückhalt, die Wasserfilterung, die Erosionsvermeidung und den Erhalt des Erholungsraumes Wald. Dabei haben die Betriebsinhaber selten über Mindestlohn verdient. Im Mittel der Jahre zumeist darunter. Die Holzpreise liegen inflationsbereinigt unter denen des Jahres 1956. Sie sind zudem seit dem Holzüberangebot infolge von Dürre und Stürmen im freien Fall. Eine Kostendeckung ist ausgeschlossen. Nur wer zu viel Comics wie Asterix liest, glaubt das Waldumbau mit „Wundereicheln“ auf Knopfdruck gelingt. Gerade in Zeiten des Klimawandels braucht es dazu motivierte Waldbauern und nicht ein misswirtschaftende Zentralgewalt.

Staat hat bis heute eine Mitschuld an der jetzigen Katastrophe im Wald

Das den Staat bis heute eine Mitschuld an der jetzigen Katastrophe trifft, ist im Übrigen seit 1987 unstrittig. Damals kam es zu dem sogenannten Waldschadensurteil des Bundesgerichtshofes. Dies Urteil hielt fest, dass es Emissionsbedingte Waldschäden gibt. Die Richter notierten, dass es der Bundesgesetzgeber versäumt habe dazu einen Ausgleich für die geschädigten Waldbesitzer zu regeln. Dazu sieht der BGH Bundesregierung und Bundestag bis heute in der Pflicht. CO₂-Ausstöße von Hausbrand, Verkehr und Industrie begünstigen den Klimawandel und damit die daraus folgenden Sturm- und Dürreschäden in unseren Wäldern. Mithin ist es überfällig dass die Schäden respektive die Ökosystemleistungen unserer Wälder entgolten werden.

Der Wald braucht den Menschen als Waldbauer

Wir haben einen Klimawandel. Dieser überfordert die Anpassungsfähigkeit aller Waldbestände, je älter umso mehr. Gerade das Allheilmittel Buche wird durch die Natur derzeit aussortiert. Alte Buchenbestände ab 120 Jahren aufwärts sterben – zumal in den Nationalparks und Schutzgebieten – reihenweise ab. Alleine im Hainich sind 14.000 ha Buche in Auflösung begriffen. In Thüringen gibt es mehr Buchen-Kalamitätsholz (558.000 Fm) als Fichten-Kalamitätsholz (445.000 Fm, alles neueste Zahlen). Mithin braucht der Wald den Menschen als Waldbauer ganz besonders. Nur er kann standortgerechte, erforderlichenfalls neue Baumarten einbringen. Sonst folgt Buche auf Buche und Fichte auf Fichte.

Wer trotz dieser Situation Buchen-Urwälder fordert, handelt unverantwortlich

Die gegenwärtigen, regionalen Dürren stellen die Überlebensfrage für alle Baumarten. Gerade sich selbst überlassene Buchen-Altwälder kapitulieren. Die Wasserprobleme dort sind dort nicht geringer. Absterbe-Erscheinungen führen zur Auflösung ganzer Bestände. Die Erosion-, Wasser und Käferprobleme dort sind – wie in allen Buchaltholzbeständen der betroffenen Regionen – gewaltig.

Gerade das Allheilmittel Rotbuche wird durch die Natur derzeit aussortiert. Foto: WBV Sachsen-Anhalt/J. v. Beyme

Zudem sind vorhandene Nadelholzbestände vor 50 und mehr Jahren angepflanzt worden. Oftmals auf Großkahlhieben, die die Besatzungsmächte als Wiedergutmachung für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verlangten. Auf großen Kahlflächen muss aus Gründen der Erosionsvermeidung und zur Wasserrückhaltung sofort gepflanzt werden. Das ging im ersten Schritt aus waldbaulichen Gründen – ob der Größe der auf zu forstenden Flächen – fast nur mit Nadelholz. Zumal im Nordostdeutschen Tiefland lässt sich auch heute nichts anderes als ein kiefern-dominierter Vorwald pflanzen. Wegen Trockenheit, Sonnenstrahlung und vor allem Spätfrösten wächst auf solchen großen Flächen schlicht nichts anderes. Die Natur interessieren die Wünsche Grüner Theoretiker nach Buche und Eiche in dieser Phase nicht. Zudem bestand nach dem Krieg ein Mangel an anderem Pflanzgut und die Aufgabe Bauholz genug zu haben. Darauf und den damaligen Erkenntnissen zum Klima, basierten diese Anpflanzungen.

Insoweit sind die Aussagen der Grünen üble Demagogie. Wir bauen diese Wälder nun schon seit der Wende um. Wie die Grünen uns dies danken, zeigt ihre Verlautbarung.

Visionen aus dem „Wohlleben“ sind nicht hilfreich

Weiter gilt, so wir in Deutschland keine nachwachsenden Rohstoffe produzieren, werden wir sie importieren müssen. Mit Blick auf das gegenwärtige Drama in der Amazonasregion sollten wir uns das genau überlegen. Zumal unser Wälder nach allen Erhebungen (auch des Umweltbundesamtes) im Punkt Artenvielfalt gut unterwegs sind.

Gerade sich selbst überlassene Buchen-Altwälder kapitulieren.
Wer trotz dieser Situation Buchen-Urwälder fordert, handelt unverantwortlich. Foto: WBV Sachsen-Anhalt/J. v. Beyme

Wer im Übrigen sehen will zu was der Weg der „Selbstüberlassung“ führt, sollte sich die grausigen Karst und Steppenlandschaften mit Buschwald in den Mittelmeerländern anschauen. Erosion und Wasserprobleme ohne Ende, aber kein Wald. Da sind Visionen aus dem „Wohlleben“ nicht hilfreich, denn für Naturverjüngung fehlen auf großen Schadflächen schlicht die erforderlichen Samenbäume. Ergebnis sind dort nach 30 Jahren wenige Birken, Brombeere und Holunder, nicht aber CO₂ bindender Wald.

Dies ist bisher der wahre Grund …

So steht die Pressemitteilung für der Grünen und die Aussagen von Frau Sziborra-Seidlitz für das was unsere Gesellschaft liebt: Trittbrettfahren auf Kosten anderer und das möglichst skrupellos. Diese Demagogie im Sinne der eigenen Klientel – u.a. den „Umweltverbänden“ – ist selbstredend. So lebt sich gut mit Ablasshandel in Form von Spenden und Beiträge. Dies ist bisher der wahre Grund warum es nicht zu einer Entgeltung der Ökosystemleistungen unserer Wälder an die Waldbesitzer durch die Gesellschaft kommt. Die Profiteure wollen ihre Ablassgelder nicht geschmälert wissen. Trotzdem hoffen wir, dass die Gesellschaft realisiert, dass die Entgeltung von Ökosystemleistungen an die Waldbesitzer der effektivere und bessere wie auch verantwortlicher Weg ist.

Mehr Informationen zum Waldbsitzerverband für Sachsen-Anhalt im Internet

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

Waldbesitzerverband für Sachsen-Anhalt/Red.

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