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Grünbrücken über Brandenburger Autobahnen haben Konjunktur

Grünbrücken über Brandenburger Autobahnen haben Konjunktur

Die Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) hat neue Ergebnisse zum Monitoring an Brandenburger Grünbrücken vorgelegt. Die Überprüfung der Funktionalität der für den Wildwechsel präparierten Brücken erfolgte mittels Videoüberwachungsanlagen. An den drei Grünbrücken konnten Kameras seit September 2012 insgesamt über 2.000 Tierquerungen erfassen.
Korridore für Wildtiere
In Brandenburg konnten in den letzten Jahren aus Mitteln des Konjunkturpakets II drei jeweils 50 m breite Grünbrücken über Autobahnen errichtet werden. Die Bauwerke sollen die Folgen der Fragmentierung von Waldlebensräumen durch die seit Jahren gezäunten Autobahnen 9, 12 und 13, vor allem im Süden des Landes mindern und Korridore für Wildtiere mit hohem Flächenbedarf offen halten.
• Auf der Grünbrücke über der A 13 bei Teupitz waren es in insgesamt 15 Monaten Beobachtungszeit vor allem Rehe, Feldhasen und Rotfüchse, die das Bauwerk nutzten. Aber auch Kraniche ließen sich zur Nahrungssuche auf der Grünbrücke blicken. Im Oktober 2013 überquerte ein Wolf auf gefahrlose Weise die vielbefahrene Auto-bahn.
• An der A 9 war das Monitoring durch die mutwillige Zerstörung der Kameraanlage für ein halbes Jahr unterbrochen. In den insgesamt neun Monaten Untersuchungszeitraum wurden 816 Querungen durch Damwild nachgewiesen. Auch hier nutzten unter anderem Rehwild, Hasen und Füchse die Passage. Im Januar 2014 konnte ebenfalls ein Wolf bestätigt werden.
• Die Grünbrücke über der A 12 bei Briesen ist als vorerst letzte fertiggestellt worden. Dort sind es neben dem Rehwild vor allem Rothirsche, die das Bauwerk in fünf Monaten Beobachtungszeit nutzten.
Brückentourismus, der stört
Neben dieser insgesamt erfreulichen Entwicklung haben die Wissenschaftler festgestellt, wie beliebt die neuen Grünbrücken auch bei der Bevölkerung sind. Zweifellos sind es interessante Bauwerke, aber jede Aktivität auf einer Grünbrücke, insbesondere mit Kraftfahrzeugen oder freilaufenden Hunden, stört deren Wirksamkeit. Wildtiere brauchen Zeit, um sich an dieses neue Element in ihrem Lebensraum zu gewöhnen. Deshalb hoffen die Forstwissenschaftler auf ein Nachlassen des Brückentourismus.
MIL Brandenburg

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