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Ab dem 9. März in den Kinos: Die Eiche – mein Zuhause
Ab dem 9. März in den Kinos: Die Eiche – mein Zuhause
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Großes Kino – ohne Worte

10. März 2023
Ein knapp anderthalbstündiger Dokumentarfilm schafft es, ganz ohne Worte nur mit beeindruckenden Naturaufnahmen eine spannende Geschichte zu erzählen. Der Film wurde im vergangenen Jahr auf der Berlinale vorgestellt und läuft seit dem 9. März 2023 in den Kinos.
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Die Eiche ist unbestritten die Königin in Europas Wäldern
Die Eiche ist unbestritten die Königin in Europas Wäldern
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Der Naturkrimi stammt von den Regisseuren Laurent Charbonnier (bekannt für seine Bildgestaltung von Nomaden der Lüfte und Unsere Ozeane) und Michel Seydoux (Produzent u.a.v. Cyrano von Bergerac, Birnenkuchen mit Lavendel). Es dreht sich alles um die Königin der europäischen Wälder – die Eiche.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist keine naturwissenschaftliche Dokumentation und erhebt auch keinen Anspruch darauf. Eher würde ich es dem Genre „Abenteuerfilm“ zuordnen. Drehort ist eine über 200 Jahre alte Eiche in Frankreich. Dort haben die Regisseure sich einfach umgeschaut, wer da an, mit und von der Eiche lebt. Konkret handelt es sich hier um eine Stieleiche (Quercus robur), die vielen Tierarten Schutz und Nahrung bietet. Die Hauptdarsteller sind neben der Eiche auch bei uns weit verbreitete Tierarten, die aber meist in dieser Intensität gar nicht wahrgenommen werden. Am ehesten nimmt man als Waldbesucher noch das Eichhörnchen war. Aber wer hat je gesehen, was passiert, wenn ein Eichelbohrer (Curculio glandium) bei Gewitter von einem Regentropfen getroffen wird oder er sich mit seinem Rüssel in die Eichel bohrt um dort seine Eier abzulegen. Das Ganze auf der Großbildleinwand im Bildformat: 2,39:1 (Cinemascope) und Dolby Atmos 7.1-Ton ist schon grandios. Nicht nur die Bilder sind einzigartig. Auch die dazugehörenden Töne. Haben Sie schon einmal einen Eichenprozessionsspinner beim Laufen zugehört oder Mäuse bei Gewitter in ihrer Höhle beobachtet. Die Angst der Tiere war förmlich zu spüren.

Haben Sie schon mal gesehen, wenn ein Rüsselkäfer von einem Regentropfen getroffen wird?
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Die Eiche bietet vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf
Die Eiche bietet vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf.
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Die Geschichte zeigt den kompletten Jahresverlauf aus dem langen Leben einer Eiche und es stört sie natürlich nicht, wenn sich die Sau an ihr reibt.

Happy End

Da kein Anspruch auf eine naturwissenschaftliche Dokumentation besteht, kann man verstehen, das der Habicht auch nach einer dramatisch inszenierten Jagd auf einen Eichelhäher nicht zum Erfolg kommt. Ich persönlich hätte mir das gewünscht, da jetzt die Jungen des Habichte leer ausgehen. Einzig ein paar Eichelbohrer fallen irgendwann nach vollzogenem Geschlechtsakt tot vom Blatt. Aufgabe erfüllt. Ansonsten alle Szenen mit Happy End.

Spannung bis zum letzten Moment

Die Art und Weise dieses Films hat mich schwer beeindruckt, auch wenn ich selbst eher keine Freund von Märchen bin. Zu keiner Zeit ist der Film langweilig und auch ohne Worte wird eine spannende Geschichte erzählt – eben nicht wort- sondern bildreich. Es lohnt sich auf jeden Fall, für diesen Film einmal wieder ins Kino zu gehen.