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Die Waldbrandübung soll auf den Ernstfall im Wald vorbereiten.

Waldbrandübung in den BaySF

Am 27. April fand in den Revieren Unterebersbach und Burgwallbach in den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) eine große Waldbrandübung mit über 175 Einsatzkräften von 16 Feuerwehren statt. Das Ziel war, für den Ernstfall gewappnet zu sein.

Am 27. April ertönten um elf Uhr die Sirenen im Waldort Burgwallbach. Die örtliche Feuerwehr rückte aus, darunter auch Forstwirt Rainer Balling. Was war passiert? Der Funk meldete einen Waldbrand im Revier Burgwallbach, dem Arbeitsplatz des Forstwirts. Es herrschte Nervosität, denn es waren in den letzten Wochen nahezu täglich Meldungen über Waldbrände in Franken zu lesen gewesen. Die Wehr rückte zur „Einsatzzentrale“ an der Salzforststraße aus. Hier stellte sich der Funkruf als Übung heraus. Innerhalb von 25 Minuten rückten 16 Feuerwehren der Umgebung an.

Wie sah das Szenario aus?

Kreisbrandrat Stefan Schmöger leitete das Szenario: Ein Waldbrand im Revier Burgwallbach, der sich durch das Unterholz frisst und mit den örtlich verfügbaren Mitteln gelöscht werden muss. Die Planung für dieses Szenario lief bereits seit Sommer 2018. Kreisbrandmeister Bernd Abert hatte sich diesbezüglich mit Revierleiterin Miriam Langenbucher in Verbindung gesetzt. Bald war die Idee einer revierübergreifenden Waldbrandübung entstanden.

Die Durchführung der Übung

Die Einsatzkräfte verteilten sich zum Löschen am Brandort, aber auch zu mehreren Wasserentnahmestellen, um die Wasserversorgung mit allen technischen Mitteln zur Verfügung zu stellen. Das ist im Wald oft gar nicht so einfach. Es fehlt oft an Wasserentnahmestellen oder diese sind weit entfernt, Steigungen müssen überwunden werden oder es fehlt an der Zugänglichkeit. Schlauchleitungen und Pendelverkehr waren die zur Übung gewählten Lösungsansätze. Die Feuerwehr Burgwallbach mit Forstwirt Rainer Balling beispielsweise hatten ihren Einsatz an der simulierten Wasserentnahmestelle im Revier Unterebersbach von Revierleiter André Schönfeldt. Ein Faltbehälter mit 10.000 l Fassungsvermögen diente hier als „Teich“. Der real vorhandene Teich mit Fischbesatz wäre im Ernstfall ebenso schnell leer wie während der Simulation. Es können innerhalb einer Minute 600 l Wasser zum Löschen entnommen werden. Die Übung zeigte, dass die 2,5 km lange Schlauchleitung bis zum Brandort gerade einmal knapp mit der Wassermenge gefüllt und nur kurz gelöscht werden konnte.

Zusätzlich zu der Schlauchleitung wurde direkt am Brandherd durch die Feuerwehr Salz und Schönau ebenfalls ein Faltbehälter aufgestellt. Hier mündete die Schlauchleitung. Zudem wurde über Pendelverkehr von 9 Tanklöschzügen der Feuerwehren Bad Neustadt, Schmalwasser, Lebenhan und Co. mit bis zu 2.500 l Fassungsvermögen Wasser aus Entnahmestellen der angrenzenden Orte angeliefert. Neben den Feuerwehren waren auch die Polizei, das THW, das Bayerische Rote Kreuz und die Bergwacht beteiligt. Zudem waren die örtlich zuständigen Revierleiter Andre Schönfeldt (Revier Unterebersbach) und Miriam Langenbucher (Revier Burgwallbach), sowie der für die Leitung zuständige Servicestellenleiter Theo Escherich vor Ort. Kreisbrandrat Stefan Schmöger erläuterte jeweils die Gegebenheiten.

Gute Befahrbarkeit der Forstwege

Ein Lob erfolgte an den Forst auch wegen der guten Befahrbarkeit der Forstwege. Die sei eine Grundvoraussetzung für Wasserbereitstellung und Rettungskette. Die Feuerwehren bedienen sich seit Jahren bei Waldbränden des Know-Hows der örtlichen Bergwacht. Diese verfügt über mehrere Drohnen, teilweise mit Wärmebildkameras. Diese liefern den Wehren Informationen aus der Luft.

In den kommenden Wochen soll nach interner Manöverkritik der Feuerwehren ein Austausch mit den anderen Fachschaften erfolgen, um im Ernstfall optimale Ergebnisse bei der Waldbrandbekämpfung erzielen zu können. Die Erkenntnisse für den Forst in der immer trockener und wärmer werdenden Rhön werden von Bedeutung sein.

BaySF

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