Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald in Rheinland-Pfalz kann nach fünf Jahren schon erste Erfolge in Arten- und Naturschutz aufweisen. (Symbolbild)

Große Erfolge nach fünf Jahren im Nationalpark Hunsrück

2013 fiel der Startschuss mit der Vorstellung des Konzepts zur Entwicklung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Seitdem verzeichnet der Nationalpark große Erfolge. Seitdem wurde 100 Projekte bewilligt und es soll weitergehen.

„Der Nationalpark ist eine Erfolgsgeschichte – für die Natur und für die ganze Region“, sagte Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese bei Vorstandssitzung des Regionalentwicklungsvereins Hunsrück-Hochwald e.V. in Herrstein Mitte August. „Nach fünf Jahren Nationalpark sieht man vor allem durch die zahlreichen gemeinsamen Projekte der Nationalparkgemeinden: Die Region wächst zusammen. Der Nationalpark ist eine Herzensangelegenheit, er funktioniert aber nur, wenn auch die Region davon profitiert. Deshalb hat das Umweltministerium bereits über 51 Mio. € in die Region investiert. Ich freue mich, dass sowohl das Land als auch der Bund und die EU die Nationalparkidee und deren Entwicklung unterstützen: Seit der Vorstellung des Landeskonzeptes zur Gründung des Nationalparks und zur Entwicklung der Nationalparkregion im Jahr 2013 wurden bereits insgesamt 118 Mio. € bereitgestellt.“

Viele Projekte wurden bewilligt

Allein über LEADER, ein EU-Programm zur Förderung des ländlichen Raums, konnten, so Griese, bislang 101 Vorhaben mit Zuwendungen in Höhe von 9,9 Mio. € bewilligt werden. Weitere Gelder seien in die Stadt- und Dorfentwicklung sowie in den Tourismus geflossen. „Vom Nationalpark profitieren Mensch und Natur – das zeigen die zahlreichen Projekte und das Engagement der Gemeinden für die Zukunft“, so Griese.

Wildnisanteil steigt an

Ein besonderer Erfolg sei, so Griese weiter, dass der Wildnisanteil immer weiter steige. Von ursprünglich 25 % bei der Nationalparkeröffnung sind bereits 40 % vollständig der Natur überlassen, diese Bereiche werden von Menschen nicht betreten. Ziel sind 50 % im Jahr 2025 und 75 % im Jahr 2045. Warum der Nationalpark nicht zu 100 % aus Wildnisfläche besteht, erklärt Nationalparkamtsleiter Harald Egidi. „Neben den Wildnis-Entwicklungsbereichen im Wald gibt es auch andere wertvolle Bereiche wie die Arnika-Wiesen bei Thranenweier, die erhalten und gepflegt werden müssen. Im Rahmen des gemeinsam mit der Region verabschiedeten Nationalparkplans wurde ein Offenland-Konzept erstellt, welches entsprechende Maßnahmen vorsieht.“

Egidi wies außerdem darauf hin, dass auf den Flächen des Moor-Renaturierungsprojektes nach Nationalparkplan künftig dort ausschließlich ein intensives Monitoring hinsichtlich der Wirksamkeit der Maßnahmen erfolgen solle. Im Rahmen des EU-Life Projektes „Hochwald“ wurden über 1.200 Stauwerke zum Verschluss von entwässernden Gräben errichtet. Ziel sei es, das Wasser in der Fläche zu belassen und einen zu schnellen Abfluss zu verhindern.

Investitionen in Wasserwirtschaft

Auch die Wasserversorgung der Region wird gefördert: Für wasserwirtschaftliche Infrastrukturmaßnahmen wurden bisher 47 Mio. € bewilligt. Ein großer Teil davon floss in die bereits vorher angebahnte Verbindungsleitung Primstalsperre-Steinbachtalsperre, mit der langfristig die Wasserversorgung der Region gesichert werden soll. Zudem wurden Mittel zur Renaturierung von Gewässer- und Flussgebieten (4 Mio. €), zur Umsetzung von Modellprojekten wie dem Wasserwissenswerk (3,4 Mio. €) oder der Hochwasservorsorge (600.000 €) beigesteuert. Für die Dorf- und Stadtentwicklung wurden bisher rund 40 Mio. € bereitgestellt.

Naturnaher Rad- und Mountainbike-Tourismus geplant

Auch das touristische Angebot verbessert sich: So führt seit Frühjahr dieses Jahres eine App durch den Nationalpark und leistet einen weiteren Beitrag zur Entwicklung eines naturnahen Tourismus. Neben Wanderbegeisterten sollen künftig auch mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer die Region entdecken. So wollen die Nationalparkgemeinden die „Bike-Region Hunsrück-Nahe“ entwickeln. Für Mountainbikerinnen und -biker soll der „Bikepark Idarkopf“ zur Attraktion werden. Auch in puncto Gastronomie geht es voran. Ein Schlüsselinstrument ist dabei die „Partnerinitiative“. Dies sind Betriebe, die den Markenkern „Natur, Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit“ unterstützen. Mittlerweile haben sich mehr als 100 Gastgeberbetriebe beworben, knapp 50 Betriebe sind anerkannt. Übernachten können sollen die Gäste künftig unter anderem in zwei Nationalparkjugendherbergen: Zu solchen sollen die sanierungsbedürftigen Jugendherbergen Idar-Oberstein und Hermeskeil aufgewertet und modernisiert werden. Zu dieser Idee laufen erste Gespräche.

Bessere Erreichbarkeit und Mobilität

Zur Verbesserung der Erreichbarkeit und der Mobilität in der Nationalparkregion mit dem ÖPNV für Bevölkerung und Gäste wurde das Planungskonzept Nord und Rheinhessen-Nahe entwickelt. Bis zum Jahr 2022 soll es im gesamten Nationalparkgebiet umgesetzt werden. So wird der Busverkehr auf ein neues Niveau gehoben.

 

Mehr Infos zum Nationalpark Hunsrück finden Sie hier

Quelle: MUEEF/ RLP

Auch interessant

von