Waldbau

Der GroMM-Einzelschutz

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Die hessische GroMM GmbH hat einen Einzelschutz aus Stahl gegen Verbiss- und Fegeschäden entwickelt. Er zeichnet sich durch eine einfache und schnelle Handhabung aus und verspricht eine deutlich höhere Lebensdauer als herkömmliche Wuchshüllen aus Kunststoff.

Als gelernter Forstwirt und selbstständiger Forstunternehmer hat Thomas Groos im Laufe der Jahre zahlreiche Erfahrungen mit Einzelschutzmaßnahmen gegen Verbiss- und Fegeschäden an Forstkulturen gesammelt. Die bisherigen Systeme konnten ihn aber nicht überzeugen. Die Schutzvorrichtungen bestehen meistens aus mehreren Teilen und müssen vor Ort zeitaufwändig zusammengebaut werden. Die Wuchshüllen reichen bis zum Boden und machen es darum sehr schwer, störenden Begleitwuchs im Rahmen der Kulturpflege zu entfernen. Bei Schutzvorrichtungen aus Draht- oder Kunststoffgeflecht wachsen die Seitenäste der Jungbäume mit der Zeit durch die Maschen, weshalb die Hüllen beim Abbau sehr arbeitsintensiv herausgeschnitten werden müssen. Wuchshüllen aus Plastik erzeugen außerdem im Inneren ein feuchtwarmes Mikroklima mit wenig Luftaustausch, das schädlichen Pilzen gute Lebensbedingungen bietet. Thomas Groos hat beim Abbau von Wuchshüllen aus Kunststoff die Erfahrung gemacht, dass die geschützten Jungbäume fast alle Rindenschäden im unteren Stammbereich aufweisen, die aus seiner Sicht auf das veränderte Mikroklima zurückzuführen sind.

Mikroplastik

Nicht zuletzt müssen die Schutzvorrichtungen nach einigen Jahren auch wieder abgebaut und entsorgt werden, was wie bereits geschildert, nochmal sehr zeitaufwändig sein kann. Biologisch abbaubare Wuchshüllen stellen dabei auch keine echte Alternative dar, weil die Kunststoffe zwar unter den kontrollierten Bedingungen einer Kompostierungsanlage zersetzt werden, unter natürlichen Bedingungen im Wald aber viel schwerer abbaubar sind und irgendwann als Mikroplastik zurück in die Nahrungskette gelangen. Aus diesem Grund will z.B. PEFC-Deutschland den Einsatz von Kunststoffprodukten im Wald verringern. Die neuen Standards sehen vor, dass möglichst Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden, zumindest sollen keine erdölbasierten Materialien mehr zum Einsatz kommen. Auch das bayerische Landwirtschaftsministerium geht in diese Richtung und will die staatliche Förderung kunststoffbasierter Schutzvorrichtungen in den kommenden zwei Jahren schrittweise einstellen.

Thomas Groos hat daher den Entschluss gefasst, ein besseres Produkt auf den Markt zu bringen. Gemeinsam mit Maschinenbautechniker Michael Müller, der die Grundidee bis zur Patentreife verfeinerte, hat er unter dem Namen „GroMM“ einen Verbiss- und Fegeschutz aus feuerverzinktem Stahl entwickelt, der viele Vorteile vorweisen kann. Die Konstruktion besteht im Wesentlichen aus einem zentralen Holm, an dem abwechselnd v-förmige Rundeisen und rautenförmige Flacheisen angeschweißt sind. Die Raute ist an einer Seite offen und das Material gibt federnd nach, so dass ein Einwachsen im Stamm ausgeschlossen ist. Beim Aufbau wird der Stahlschutz einfach über die zu schützende Pflanze gestülpt und ohne weiteres Werkzeug mit dem Fuß im Boden verankert. Das dauert laut KFW-Prüfbericht nur etwa 40 s pro Stück, inklusive einer durchschnittlichen Wegstrecke von 50 m für den Transport der Schutzkonstruktion. Ein GroMM wiegt 3.780 g und für den Aufbau kann ein Forstarbeiter jeweils vier Stück geleichzeitig auf die Kulturfläche tragen. Der Abbau ist genauso einfach und schnell, indem der Schutz aus dem Boden gezogen und mit der offenen Seite seitlich vom Baum abgezogen wird. Die federnde Konstruktion verursacht dabei keine Schäden an den jungen Bäumen.

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Den vollständigen Artikel finbden Sie in der Forst & Technik 10/2021 – oder in der digitalen Ausgabe.

Andreas Hartkopf