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Greenpeace tritt beim FSC aus

Greenpeace International wird sich aus dem Forest Stewardship Council (FSC) zurückziehen. Die FSC- Zertifizierung versage beim Schutz natürlicher Wälder.

Der FSC zu dessen Gründungsmitgliedern Greenpeace vor 25 Jahren zählte, habe seine Ziele des Bewahrens von Wäldern und zum Nutzen der Gesellschaft nicht erreicht. Das Siegel setze die FSC-Prinzipien global sehr uneinheitlich um. In einigen Regionen sei die Forstwirtschaft zwar verbessert worden, Das System versage aber in „Hochrisikogebieten, wo demokratische und zivilgesellschaftliche Institutionen schwach sind und die Korruption hoch ist“. Das Zertifikat sei zum Werkzeug für die Holznutzung geworden und tue zu wenig für den Schutz der Wälder. Greenpeace International werde seine Mitgliedschaft im FSC deswegen nicht erneuern, erklärt die Organisation. Die nationalen Gruppen können aber selbst darüber entscheiden, wie sie weiter verfahren.

Zu wenig Transparenz

Ein großes Manko des FSC-Systems sei mangelnde Transparenz, erklärt Greenpeace. Eine glaubwürdige Zertifizierungsorganisation müsse digitale Karten bereitstellen, auf denen die zertifizierten kommerziell genutzten Wälder ersichtlich sind. Dies erfolge aktuell aber weder beim FSC noch bei anderen derartigen Programmen. Auch seien Rechnungsprüfungsberichte nicht öffentlich zugänglich.
Generell solle man noch viel mehr Recycling oder alternative Pflanzenfasern nutzen. Wenn „unbedingt Frischholz eingesetzt werden muss“ seien FSC-Produkte nach wie vor die erste Wahl. Von der Nutzung PEFC-zertifizierter Produkte rät der Umweltverband dagegen ausdrücklich ab: Ausschließlich den Interessen der Holz- und Forstwirtschaft folgend, fehle es hier an einem übergreifenden Regelwerk zum Schutz der Wälder und der Menschenrechte. In der komplexen Informationslage bietet Greenpeace gleichzeitig seine Unterstützung für Firmen an.

Greenpeace/Red.

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