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Greenpeace stellte Untersuchung vom bayerischen Spessart vor

Greenpeace stellte Untersuchung vom bayerischen Spessart vor

Von Anfang Februar bis Mitte März haben insgesamt 69 Greenpeace-Aktivisten die Waldbestände im bayerischen Spessart dokumentiert. Dabei erstellten sie mit Hilfe von GPS-Geräten Karten von einer Fläche von 6.800 ha und werteten zudem Luftbilder aus. Am 21. März 2012 stellte die Umweltschutzorganisation die Ergebnisse im Rahmen einer Pressekonferenz in München vor. Am selben Tag fand in der Stadthalle Aschaffenburg eine Podiumsdiskussion mit Greenpeace und den Bayerischen Staatsforsten statt (siehe dazu den forstpraxis.de Film: „Waldkampagne von Greenpeace„).
„Die Forstwirtschaft des BaySF-Vorstands bedroht die alten Buchenwälder massiv““, so Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace. Denn die Aktivisten fanden vor Ort nicht nur wunderschöne Laubwälder mit alten Buchen und Eichen. Sie entdeckten auch angebliche Kahlschläge der BaySF. Weiter würden die neuen Karten von Greenpeace frische Pflanzstandorte nichtheimischer Nadelbäume in alten Laubwäldern und die Abholzung unmarkierter Biotopbäume zeigen. Außerdem würden sie dokumentieren, wo Forstwege Naturschutzgebiete zerschneiden und wo unangemessen viel Buchenholz in den alten Wäldern abgeholzt wird. Vorwürfe, die von Seiten der BaySF schon vor Längerem zurückgewiesen worden sind. 
Zu den angeblichen Verstößen und Kahlschlägen der BaySF bezog auch die Untere Forstbehörde am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt nach Prüfung am 1. März Stellung: „In keinem einzigen der von Greenpeace geschilderten Fälle waren Verstöße gegen wald- oder naturschutzrechtliche Vorgaben festzustellen.“
Dennoch sieht sich Greenpeace bestätigt: „Diese Laubwälder eignen sich als Urwälder von morgen““, so Jürgens. „Die vielen alten Waldbestände sind ein einzigartiger Lebensraum für urwaldtypische Tiere und Pflanzen. Minister Brunner muss mit einem sofortigen Einschlagstopp für alte Buchenwälder auf die neuen Erkenntnisse aus dem Spessart reagieren und den BaySF-Vorstand in deutliche Schranken weisen“, forderte sie.
Klage gegen den Landesbetrieb Hessen-Forst
Nachdem die „erste Phase der Kartierung“ im Spessart nach Angaben von Greenpeace beendet ist, dehnt die Umweltschutzorganisation ihre Waldkampagne nun offensichtlich weiter aus. Mit einer Klage gegen den Landesbetrieb Hessen-Forst will Greenpeace Informationen über den Zustand alter Buchenwälder in Hessen erhalten.
 
fp

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