ABO

Umweltministerin Höfken: „Greenpeace-Gutachten bei Nationalpark-Suche hilfreich“

„Das von Greenpeace vorgelegte Gutachten ‚Zur Frage der Nationalpark-Eignung von Waldflächen im Bundesland Rheinland-Pfalz` ist für die Suche nach einem Nationalpark in Rheinland-Pfalz sehr hilfreich“, bewertete Umweltministerin Ulrike Höfken die am 10. Oktober veröffentlichte Einschätzung der Umweltorganisation. Das Gutachten bestätige die naturschutzfachliche Eignung der Regionen Hochwald und Soonwald. Hatte die Umweltorganisation zunächst den Soonwald favorisiert, so stelle das Gutachten beim direkten Vergleich nun fest: „Insgesamt sind die Flächenanteile alter Laubwälder in beiden Gebieten fast gleich.“
Aus Sicht des Umweltministeriums kämen bei Ausweisung eines grenzüberschreitenden Nationalparks im angrenzenden Saarland noch weitere wertvolle Buchenwälder hinzu, ergänzte die Ministerin die Bewertung von Greenpeace. Das Gutachten habe aufgrund der Auswertung auf Luftbildbasis die jungen Buchen nicht erkennen und daher nicht bewerten können. Deshalb sei zur Einschätzung des Nadelwaldes im Hochwald zu erläutern, dass dort junge Buchen bereits auf großer Fläche unter den Nadelholzwäldern stehen. „Der Waldumbau im Hochwald ist in vollem Gange“, so Höfken.
Besondere Alleinstellungsmerkmale des Hochwaldes ergeben sich auch nach Auffassung von Greenpeace durch die zahlreichen Vorkommen von Hang-Mooren. Diese würden bei Ausweisung eines Nationalparks im Hochwald einbezogen werden. Dass der Soonwald naturschutzfachlich gleichermaßen reizvoll ist, könne ebenfalls von Seiten des Umweltministeriums bestätigt werden. Nicht von ungefähr sei dieses Waldgebiet von Anfang an Bestandteil der Suchräume.
Die im Gutachten vorgetragene Überlegung, hier ein Wildnisgebiet als Element des Biotopverbundes einzurichten sei hoch interessant und werde vom Land geprüft. „Wie der Nationalpark im Hunsrück am Ende aussehen wird, das entscheiden die Menschen in der Region mit“, betonte Ministerin Höfken. Eine Kombinationslösung wie von Greenpeace vorgeschlagen, sei nicht ausgeschlossen, wenn darüber Konsens erzielt werde.“ Den rheinland-pfälzischen Weg eines intensiven Erörterungs- und Beteiligungsprozess werde man konsequent weiter gehen. Diesbezüglich gebe es auch nach Vorlage des Gutachtens keinen neuen Erkenntnisstand.
 
MULEWF

Auch interessant

von