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Der Götterbaum (Ailanthus altissima) wurde als erstes Gehölz in die Liste invasiver Arten mit unionsweiter Bedeutung aufgenommen.

Götterbaum als invasive Art mit unionsweiter Bedeutung anerkannt

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) wurde als erstes Gehölz in die Liste invasiver Arten mit unionsweiter Bedeutung aufgenommen.

Am 25. Juli hat die Europäische Union die Durchführungsverordnung (EU) 2019/1262 veröffentlicht, die zwecks Aktualisierung der Liste invasiver gebietsfremder Arten von EU-weiter Bedeutung herausgegeben wurde. Mit dieser Aktualisierung wurde erstmals seit Einführung der Unionsliste im Jahr 2016 ein Gehölz in die Liste aufgenommen. Konsequenz aus der Aufnahme ist ein kurzfristiges Handelsverbot der Art.

Eingriff in wirtschaftliche Produktions- und Handelsprozesse

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e. V. begrüßt Maßnahmen zum Schutz intakter und funktionsfähiger Ökosysteme sowie der damit verbundenen Förderung der biologischen Vielfalt. Ungeachtet der Notwendigkeit entsprechender Maßnahmen erzeugt der Prozess rund um die Erweiterung der Unionsliste Sorgen: „Mit der Listung einer Art in der Unionsliste geht ein absolutes Handelsverbot einher. Dieser direkte Eingriff in wirtschaftliche Produktions- und Handelsprozesse, der einer vollständigen Vernichtung betroffener Gehölzarten gleichzusetzen ist, wird von Seiten nationaler wie europäischer Behörden nicht entschädigt. Bei Gehölzen kann ein mehrjähriger Aufwand kurzer Hand zunichte gemacht werden“, so Markus Guhl, Bundesgeschäftsführer des BdB. Er ergänzte: „Mit in die Zukunft gerichtetem Blick fordern wir von der Europäischen Union die Schaffung eines Instrumentes der Entschädigung für zutreffende Bekämpfungsmaßnahmen. Produktion und Handel betreiben ihre Geschäfte nach geltendem Recht und können nicht vorsehen, dass eine Art in Europa als invasiv eingestuft werden kann. Ailanthus altissima etwa wurde bereits 1751 nach Europa eingeführt und gilt vielerorts bereits als eingebürgert. Die Art steht schon lange unter Beobachtung und dennoch hat unter anderem die öffentliche Hand das Interesse an der Art, etwa in Form einer Vielzahl an Neupflanzungen in den letzten Jahren nicht abreißen lassen. Bis zur Etablierung europäischer Entschädigungsleistungen muss die Bundesregierung in die Pflicht genommen werden.“

Quelle: BdB

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