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Thüringen: Klimawandel erfordert weiteren Waldumbau

Gesunde Mischwälder in Thüringen

Thüringens Wälder sollen robuster und vielfältiger werden. Das hat Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz am 20. Oktobere im Forstamt Frauenwald angekündigt, wo er eine Buche auf der letzten noch zu bearbeitenden Kyrill-Schadfläche pflanzte. „Wir wollen gut gegen zukünftige Stürme und den prognostizierten Klimawandel gewappnet sein. Deshalb haben wir bei der Wiederaufforstung auf eine standortgerechte Auswahl der Baumarten und eine starke Durchmischung gesetzt“, sagte Reinholz. Etwa die Hälfte der vom Orkan Kyrill verwüsteten Waldflächen wurde nicht von Menschenhand wiederbepflanzt, sondern entwickelt sich durch eine gesteuerte natürliche Verjüngung zu stabilen Mischwäldern.

Im Rahmen der Aufforstung nach Kyrill sind von Herbst 2007 bis heute allein im Staatswald Thüringens rund fünf Millionen Bäume auf knapp 3.000 Hektar Fläche gepflanzt worden. Aufgeforstet wurde dem Standort entsprechend zu zwei Dritteln mit Laubhölzern und einem Drittel Nadelhölzern, hier vorwiegend Weißtanne und Douglasie. Die Wiederaufforstung eines Hektars – das Pflanzen, der Schutz gegen Tiere zum Beispiel durch Zäune und die noch zu erwartende Zaununterhaltung, bis die Kultur dem Wildverbiss entwachsen ist – wird insgesamt etwa 13.500 Euro kosten.

Daher setzte die Forstverwaltung, wo immer möglich, auf die natürliche Verjüngung. Auf 20 Prozent der Schadfläche fanden sich schon im Jahr nach dem Sturm genügend junge Bäume, die zum erwünschten Mischwald wachsen werden. Nur wo keine Verjüngung vorhanden war und die örtlichen Verhältnisse ein Abwarten nicht zuließen, wurde aktiv aufgeforstet. Dies gab Gelegenheit zum Waldumbau der früheren Reinbestände in naturnahe Mischbestände.
Hintergrund

Am 18. Januar 2007 wütete der Orkan Kyrill in Thüringens Wäldern und hinterließ etwa 6.300 Hektar Kahlflächen und etwa 4.700 Hektar aufgelichtete Bestände. Rund 5.800 Hektar der Schadflächen entfielen auf den Staatswald. Im Laufe des Jahres kam durch Nachbrüche und Schneebruch weiteres Schadholz hinzu. Drei Millionen Festmeter Holz fielen dem Sturm zum Opfer, was einem ganzen Jahreseinschlag aller Thüringer Waldbesitzer entspricht. Der Sturm zerstörte fast ausschließlich Fichtenbestände, deshalb setzt man nun auf die Durchmischung der Wälder. Diese Strategie stützt auch das Landesprogramm Waldumbau, für dessen Umsetzung im Staatswald die Landesregierung in diesem Jahr 500.000 Euro zusätzlich bereitgestellt hat. Die privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer werden nach der Richtlinie „Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen“ beim Waldumbau unterstützt.

 

 

 
TMLFUN

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