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Geschäftslage der Nadelholzsäger

Die aktuelle Geschäftslage wurde Ende September 2019 von den deutschen Nadelholzsägern marginal besser eingeschätzt als im Vormonat: Etwas mehr als ein Zehntel der an der ifo-Befragung teilnehmenden Betriebe bezeichnete die Geschäfte als gut und alle anderen als befriedigend oder saisonüblich. In der näheren Zukunft dürfte sich die Situation aber aller Voraussicht nach deutlich verschlechtern. So gehen sechs Zehntel zwar noch von einer stabilen Entwicklung aus, ein Drittel rechnet allerdings mit einer Verschlechterung der Lage.

Die Nachfrage hat im Vormonatsvergleich nochmals spürbar nachgegeben. Die Auftragsbestände haben sich per Saldo nicht geändert, dennoch war die Beurteilung ähnlich negativ wie vor einem Monat: Vier Zehntel bezeichneten sie als zu klein und alle anderen als ausreichend. Das Produktionstempo hat sich laut Umfrageergebnis branchenweit kräftig beschleunigt. Für die kommenden drei Monate wird damit gerechnet, dass die Fertigungsgeschwindigkeit aller Voraussicht nach deutlich zurückgehen wird.

Laut Zusatzerhebung des ifo-Instituts beträgt die durch Auftragsbestände gesicherte Produktionsdauer derzeit 1,2 Monate. Die Kapazitätsausnutzung liegt bei 84,3 % der betriebsüblichen Vollausnutzung. Die technische Kapazität ist unter Berücksichtigung des gegenwärtigen und des erwarteten Auftragseingangs bei 18 % der befragten Unternehmen mehr als ausreichend, bei 73 % ausreichend und bei 10 % zu gering. Über zu wenige Aufträge klagten 3 % der befragten Unternehmen, über Arbeitskräftemangel 3 % und über ein zu geringes Rohstoffangebot ebenfalls 3 %.

Mit gut sechs Zehnteln musste der größte Teil der Betriebe die inländischen Verkaufspreise für Nadelschnittholz senken, nur ein Drittel konnte sie stabil halten. Der Erzeugerpreisindex von rauem Fichten-/Tannenschnittholz zog im September 2019 gegenüber dem Vormonat mit 101,9 Punkten (2010 = 100) um 0,7 % an. Binnen Jahresfrist errechnet sich ein Minus von 6,0 %. Nadelhobelware verteuerte sich im Vormonatsvergleich mit 106,1 Zählern spürbar um 1,2 %. Im Vergleich zum Vorjahr war ein Minus von 0,8 % zu verzeichnen. Für die kommenden drei Monate rechnet der überwiegende Teil der Befragten mit nachgebenden Preisen, lediglich vier Zehntel gehen davon aus, die Preise halten zu können. Das Exportgeschäft dürfte sich in den kommenden Monaten deutlich verbessern.

HMI, Quelle: ifo

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