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Das erste Halbjahr war gut

Die Halbjahresberichte der börsennotierten Forstmaschinenhersteller fallen dieses Jahr sehr positiv aus. Im ausführlichsten Geschäftsbericht der Branche gibt Ponsse das Umsatzwachstum in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 103 % an – von 32,5 Mio. € (1–6/2009) auf 65,9 Mio. €. Und auch der operative Gewinn stieg von -12,7 Mio. € auf 9,8 Mio. €. Die Nachfrage nach Forstmaschinen steigerte sich im zweiten Quartal so stark, dass die Kurzarbeit beendet und neue Arbeitskräfte eingestellt werden konnten. Insgesamt hat Ponsse aber deutlich Personal abgebaut und beschäftigte am Ende des zweiten Quartals mit 828 Mitarbeitern sogar 36 Mitarbeiter weniger als zum Höhepunkt der Wirtschaftskrise ein Jahr zuvor. Im Durchschnitt 2008 zählte Ponsse 1.044 Beschäftigte. Ponsse erwartet für 2010 ein weiteres Wachstum. Der Hersteller will seine Produktionskapazitäten ausbauen, weiter Mitarbeiter einstellen und zwei Arbeitsschichten einführen.
Ähnliches ist im Geschäftsbericht von Kesla nachzulesen, der allerdings nur auf finnisch veröffentlicht wird. Seit Jahresanfang stieg der Umsatz um 12 % auf 15,3 Mio. €, während sich das Betriebsergebnis von −1,4 Mio. € auf 719.000 € verbesserte. Insgesamt erwartet auch Kesla, das in den Jahren von 2005 bis 2008 jährlich zwischen 18 und 38 % beim Umsatz zugelegt hatte, ein deutlich positives Jahresergebnis. Auch Kesla hat in der Krise Personal abgebaut. Am Ende des ersten Halbjahres beschäftigte Kesla 238 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es 236, während es im bisher erfolgreichsten Jahr 2008 im Durchschnitt noch 344 waren.
Von den übrigen Forstmaschinen­herstellern veröffentlicht nur noch John Deere Geschäftszahlen. Doch fasst der Konzern die Zahlen für Forst- und Baumaschinen zusam­men und gibt nur einige magere Angaben zum Forstmaschinengeschäft preis. Im August erschien der dritte Quartalsbericht, da das John Deere-Wirtschaftsjahr bereits am 1. Oktober beginnt. Demnach stieg der Umsatz der Sektion Bau- und Forstmaschinen um 29 % an und der operative Gewinn betrug 65 Mio. US$ im Vergleich zu 85 Mio. US$ Verlust im Vorjahreszeitraum. John Deere prognostiziert bei Bau- und Forstmaschinen für das Jahr 2010 ein Umsatzwachstum von 35 %. Auch bei John Deere ging die Beschäftigtenzahl zurück. Standen im Forstmaschinenwerk Joensuu Ende 2008 noch über 400 Mitarbeiter in Lohn und Brot, sind es heute nur noch knapp 360.  Auch John Deere hat die Kurzarbeit beendet und stellt wieder ein: in den letzten Monaten knapp 40 Mitarbeiter.
Oliver Gabriel

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