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German Pellets: Offener Brief zur Nutzung von Energieholz

German Pellets: Offener Brief zur Nutzung von Energieholz

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft müssen endlich wieder zu einer sachlichen Diskussion über die energetische Holznutzung zurückkehren.
Dazu ein offener Brief von Peter H. Leibold im Namen der German Pellets GmbH, eines der größten Pelletproduzenten Europas. 

Offener Brief

an Umweltpolitiker, Abgeordnete und Amtsträger der Bundesregierung,

an Umweltpolitiker und Abgeordnete der Landesregierungen,
an alle energiepolitischen Sprecher demokratischer Parteien,
an die Vertreter der Umweltverbände

Sachliche Diskussion zur Nutzung von Energieholz

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft müssen endlich wieder zu einer sachlichen Diskussion über die energetische Holznutzung zurückkehren. Polemische Kritik an der Energieholzgewinnung schadet der gesamten Branche der Erneuerbaren Energien. Mit populistischen Debatten vertun wir die Chance, Holz als einen der wichtigsten Rohstoffe für eine ökologische Energiegewinnung nachhaltig zu nutzen.

Holz ist gespeicherte Sonnenenergie, wächst ständig nach und ist damit einer der wichtigsten erneuerbaren Energieträger. Und das nicht nur für die Wärmeerzeugung. Denn Ökostrom aus Holz ist unabhängig von Sonne und Wind. Wenn die Bundesregierung es mit der Energiewende ernst meint, muss sie die 20-MW-Grenze für Biomasse-Kraftwerke abschaffen. Biogene Brennstoffe könnten beim geplanten Ausbau der Wind- und Solarenergie die hier auftretenden natürlichen Produktionsschwankungen ausgleichen. In Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Schweden, Polen und Dänemark wird schon heute Ökostrom in Anlagen bis zu 700 MW aus Holzpellets produziert. So wurden ehemalige Kohlekraftwerke erfolgreich auf Erneuerbare Energien umgestellt. Das ist auch in Deutschland problemlos möglich. Im Wärmesektor ist Holz schon heute die bedeutendste und kostengünstigste regenerative Energiequelle, vorausgesetzt sie wird effizient genutzt.

Bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung stehen auch in Zukunft ausreichend Holzbestände für den Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung zur Verfügung. Zu diesem Schluss kommt auch die Agentur für Erneuerbare Energien in einer aktuellen Studie.

Erhebliche Potenziale sieht die Agentur in der Mobilisierung des Holzes in Privatwäldern. Gegenwärtig wird in Deutschland nur rund 65 Prozent des Holzes, das jährlich nachwächst, geerntet. Waldbesitzern fehlten in der Vergangenheit aufgrund niedriger Holzpreise die Anreize, Holz in größeren Mengen einzuschlagen, sodass die deutschen Holzreserven stetig angewachsen sind. Tausende private Waldbauern haben in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund nicht auskömmlicher Preise die Waldbewirtschaftung aufgegeben. So sind in Deutschland laut Johann Heinrich von Thünen-Institut die Holzvorräte auf rund 3,7 Milliarden Kubikmeter angewachsen. Damit hat Deutschland die größten Holzreserven in Europa, mehr noch als die waldreichen Länder Skandinaviens.

Jahrzehntelang war die Holzwerkstoffindustrie alleiniger Abnehmer des Holzes und diktierte die Preise. Jetzt erlebt Holz als Rohstoff eine Renaissance. Bei steigender Nachfrage und höheren Preisen sind Waldbesitzer wieder bereit, mehr Holz einzuschlagen. Dieser Trend ist bereits erkennbar. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes stieg der Holzeinschlag im vergangenen Jahr bereits um rund 13 Prozent. In Zukunft werden auch schlecht mobilisierbare Holzbestände, beispielsweise in Hanglagen, wirtschaftlich wieder interessant. Das verhindert auch, dass die Holzbestände überaltern.
Eine stoffliche und energetische Verwertung schließen sich dabei keineswegs aus. Im Gegenteil: Die Wertschöpfungskette Wald wird erweitert. Auch für die Holzindustrie bislang unbrauchbare Hölzer, wie Waldrestholz und Landschaftspflegeholz, werden jetzt für die Energiegewinnung genutzt. Mögliche Nutzungskonflikte lassen sich durch Ausschöpfung aller Potenziale auch in Zukunft vermeiden. Die Grundlagen der nachhaltigen Forstwirtschaft werden dabei nicht gefährdet. Deutschland hat strenge Forstgesetze. Hinzu kommt: Hierzulande sind schon heute die meisten Forste nach den Standards des PEFC oder FSC zertifiziert.
Weiteres Potenzial für die Energieholzgewinnung bietet die Tatsache, dass in jüngster Vergangenheit enorme Mengen Holz für die energetische Nutzung frei geworden sind, weil große Standorte der Spanplatten- und Papierindustrie geschlossen wurden. Dieser Konversionsprozess und die damit verbundene Umnutzung von stofflicher zu energetischer Holznutzung werden weiter voranschreiten. Denn die deutsche Holzwerkstoff- und Zellstoffindustrie kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten und Absatzproblemen. Hinzu kommt: In Asien, Osteuropa und Südamerika wurden in den vergangenen Jahren neue Produktionsstätten errichtet.
Ein weiterer Punkt ist die derzeit noch starke Nutzung von Scheitholz. Auch hier wird ein Umdenken stattfinden. Rund 24 Millionen Tonnen Scheitholz werden jährlich in Deutschland verbrannt, der größte Teil davon in Kaminen und Öfen mit schlechten Wirkungsgraden. Hier ließe sich bei effizienterer Nutzung mindestens die Hälfte des Holzes einsparen.
Will die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen, muss die energetische Holznutzung weiter ausgebaut werden. Die Holzwerkstoffindustrie versucht derweil, dies zu verhindern. Dass es ihr dabei weniger um den Wald geht, sondern vielmehr um die eigenen wirtschaftlichen Interessen, ist angesichts der Hetzkampagne gegen die Holzverbrennung sehr schnell deutlich geworden.
Offenbar springen auch Politiker auf diesen Zug auf, leider ohne Bezug zur Realität. So will die neue grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg eine zehnprozentige Flächenstilllegung für den Staatswald einführen. Die Bundesregierung diskutiert über Einschränkungen bei der Vergütung von grünem Strom aus Holz. Und die
Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis 90/Grüne) fordert, Strom aus Waldholz in Zukunft gar nicht mehr zu vergüten. So können wir die Klimaschutzziele nicht erreichen. Hinzu kommt, dass eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz die Wertschöpfung im eigenen Land steigert und Deutschland so unabhängiger von Rohstoffimporten wird. Der Wald als Lebensraum und eine energetische als auch stoffliche Nutzung schließen sich nicht aus, sondern müssen in Einklang gebracht werden. Dafür müssen Politik und Regierung die Rahmenbedingungen schaffen. Lassen Sie die Chance auf eine saubere und sichere Energieversorgung nicht verstreichen! Sichern Sie Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland! Schützen Sie Verbraucher vor hohen Energiekosten!
Die German Pellets GmbH ist mit einer Jahreskapazität von derzeit 1,2 Millionen Tonnen der größte Pellethersteller Europas. Das inhabergeführte Unternehmen produziert an neun Standorten in Deutschland einen CO2-neutralen Energieträger. Gegenwärtig plant das Unternehmen, seine Kapazität mit dem Bau weiterer Werke in den USA annähernd zu verdoppeln. Mit 2,5 Millionen Tonnen ließen sich dann rund 800.000 Haushalte komplett mit erneuerbarer Wärme versorgen.
German Pellets werden neben der Verwendung in Kleinfeuerungsanlagen und Heizwerken zur Wärmeproduktion auch in Kraftwerken zur Stromproduktion eingesetzt. Das Unternehmen produziert an vier Standorten aus Waldrestholz und Landschaftspflegeholz in Biomasseheizkraftwerken auch „grünen“ Strom.

Peter H. Leibold

Geschäftsführer German Pellets GmbH
Wismar, Mai 2011 
German Pellets

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