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Gerd Janßen wird 80 Jahre alt

Bearbeitet von Jörg Fischer

MDgt a. D. Gerd Janßen, ehemaliger Leiter der Niedersächsischen Landesforstverwaltung, feiert seinen 80sten Geburtstag. Er hat in seiner 21-jährigen Dienstzeit den Landeswald in Niedersachsen bis zum heutigen Tag in entscheidender Weise geprägt.

Sein letzter Minister, Hans-Heinrich Ehlen, sagte im Jahr 2004 bei Janßens Verabschiedung aus dem Dienst: „Die Ära Janßen markiert eine erfolgreiche Entwicklung der Forstwirtschaft in Niedersachsen. Ihr Abschluss ist gleichzeitig Datum eines von ihm wohl vorbereiteten Reformschrittes und des Aufbruchs in eine hoffentlich sichere Zukunft auf einer umfassend veränderten Grundlage. Mit seinem Namen immer verbunden sein werden die von ihm verantworteten Konzeptionen des Regierungsprogramms ‚Langfristige ökologische Waldentwicklung (LÖWE)‘ und der Überführung der Landesforstverwaltung als erste in Deutschland in eine Anstalt des öffentlichen Rechts“.

Zur Person Gerd Janßen

Gerd Janßen ist in Rotenburg/Wümme aufgewachsen. Nach Forststudium und Referendariat wirkte er ab 1969 zunächst am Forstplanungsamt, dann als Leiter des Klosterforstamts Soltau. Später leitete er dann die Forstabteilung der Klosterkammer Hannover, ehe er im Jahr 1983 als Ministerialdirigent der Forstabteilung im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium vorstand. Dort oblag ihm vor Gründung des Umweltministeriums auch der Naturschutz in Niedersachsen.

Janßen wurde zu einer prägenden Persönlichkeit der deutschen Forstwirtschaft. Durch fachliche Kompetenz, Aufrichtigkeit, Visionen, Augenmaß, Überzeugungskraft, Verantwortungsbereitschaft, Mut zur Kritik und zu Entscheidungen sowie durch herzhaften Humor ausgezeichnet, übernahm Janßen neben seinem Hauptamt vielfältige Aufgaben in Gremien und Verbänden auf Bundes- und Landesebene. Hervorzuheben seien hier auf Bundesebene nur sein achtjähriger Vorsitz des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik sowie seine langjährige Tätigkeit im Präsidium des Deutschen Forstwirtschaftsrats. Für seine Mitwirkung in vielen forstlichen Gremien auf Landesebene waren wesentliche Handlungsmaxime die Achtung vor dem Eigentum der verschiedenen Waldbesitzarten und die besondere Gemeinwohlverpflichtung des öffentlichen Waldes als Verbundbetrieb mit Gleichrangigkeit der Waldfunktionen.

Beleg für Janßens bis heute anhaltendes erfolgreiches Wirken in Niedersachsen waren neben der Forstorganisationsreform und dem langfristigen ökologischen Waldentwicklungsprogramm die Ausweisung des ersten niedersächsischen Nationalparks im Wattenmeer, des Nationalparks Harz, des Waldschutzgebietskonzepts, der Funktionsstellen für Waldinformation und Waldökologie sowie die konsequente Verbesserung des finanziellen Betriebsergebnisses der Landesforsten durch technische und organisatorische Rationalisierung und durch einen naturnahen Waldbau.

Dem Jubilar wünschen seine ehemaligen Mitstreiter Gesundheit und Lebensfreude im neuen Lebensjahrzehnt.

Hartmut Kleinschmit