Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Genetische Baumvielfalt über Grenzen hinweg sicherstellen

Genetische Baumvielfalt über Grenzen hinweg sicherstellen

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in Wien wird in den nächsten drei Jahren mit Partnern aus Deutschland, Polen, Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn zusammenarbeiten, um die gefährdeten Verbreitungsareale von etablierten heimischen Baumarten zu erforschen.

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) beschäftigt sich seit Jahren mit der Herkunftsforschung und Züchtung von geeignetem Pflanzmaterial für heimische Waldbestände. Stabile Waldökosysteme sind besonders in Zeiten des Klimawandels wichtig.
Das BFW startet nun mit dem Projekt SUSTREE eine internationale Kooperation zum Thema genetische Baumvielfalt.
Ändert sich das Klima, ändern sich unsere Wälder
Baumarten, die bei uns derzeit heimisch sind, werden in Zukunft auch andere Gebiete besiedeln und neue Arten werden sich in unseren Waldbeständen ausbreiten. Das bietet zahlreiche Chancen und Möglichkeiten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Douglasie. Ursprünglich stammt diese Baumart aus Nordamerika. Langzeitprojekte des BFW zeigen das große Potenzial der Douglasie in Österreich, da Trockenstress den heimischen Baumarten vermehrt zusetzen wird. Aber auch die heute wichtigsten Baumarten darf man nicht abschreiben, da man mit Saatgut aus wärmeren Teilen ihrer Verbreitungsgebiete gewisse Temperatursteigerungen abfedern kann.
Pflanzen kennen keine nationalen Grenzen
Das BFW wird in den nächsten drei Jahren mit Partnern aus Deutschland, Polen, Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn zusammenarbeiten, um die gefährdeten Verbreitungsareale von etablierten heimischen Baumarten zu erforschen. Es sollen neue Möglichkeiten des grenzüberschreitenden Saatguttransfers zur Anpassung unserer Wälder gefunden werden. Ziel des Interreg Central Europe-Projektes ist es, innovative Lösungen zu finden, um die Verwendung von bestem genetischem Pflanzmaterial in den Wäldern Zentraleuropas weiterhin zu gewährleisten.
Dabei ist es wichtig über den nationalen Tellerrand hinauszuschauen, denn weder Pflanzen noch der Klimawandel kennen Grenzen. Daher muss das umfassende Wissen über lokale genetische Anpassungen zusammengefasst und international genutzt werden, um optimale Anpassungstrategien zu erarbeiten.
Zukunftsweisende Lösungen
Die enge Zusammenarbeit mit Forstbetrieben ermöglicht eine zeitnahe Umsetzung der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse. Gemeinsam erstellte Modelle zur klimatischen Eignung der Baumarten und deren Herkünfte helfen bei der Entwicklung praktischer Tools und einer App. Die App kann eingesetzt werden, um passende Herkünfte von Pflanzmaterial und Saatgut für Waldgebiete zu finden.
Die Resultate des Projektes werden weiters dazu beitragen, dass nationale und europäische Regulationen zur Ausbringung von forstlichem Pflanzmaterial und Saatgut Änderungen durch den Klimawandel berücksichtigen und dementsprechend gestaltet werden.
Silvio Schüler und sein Team vom Institut für Waldgenetik des BFW übernehmen in dem Projekt die Projektleitung und den Bereich Kommunikation.
BFW

Auch interessant

von