Generationswechsel in den Privatwäldern Oregons

Auch in Oregon beträgt das durchschnittliche Alter der Waldbesitzer 65 Jahre und die meisten von ihnen haben keine Pläne, den Waldbesitz bzw. dessen Bewirtschaftung an ihre Kinder zu übergeben. Um die kleinen Familenforstbetriebe zu retten, startete die Oregon State University das Programm Ties to the Land. >>> Lesen Sie weiter auf Seite 30.

Sarah Leiman und ihr Neffe Ed Cummings schauen über den Wald und suchen die Grenzen ihres Besitzes.
Foto: Åsa Björklund
Wie ein weicher grüner Teppich breiten sich die Douglasienbestände in Richtung der Berge aus. Morgens strömt der Nebel vom Pazifik über die Region an der Westküste. Das milde, feuchte Klima bietet bestmögliche Bedingungen für die hier heimische Douglasie. Mit Höhen bis über 100 m ist sie nach dem Küstenmammutbaum der zweitgrößte Nadelbaum der Welt.

Sara Leiman und ihr Neffe Ed Cummings blicken über den Wald und versuchen, anhand einer Karte die Grenzen ihres Walds zu finden. Sie haben am von der Oregon State University (OSG) ins Leben gerufenen Programm „Ties to Land“ teilgenommen und brachten ihre eigenen, einzigartigen Erfahrungen ein. In der Tat ist die Familie ein Vorbild für den Generationswechsel, den das Programm fördern will.

Bereits in den 70er-Jahren begann Sarahs Mutter, Teile ihres Walds an ihre Nachkommen zu übergeben – eine Tradition, die sich in der Familie fortgesetzt hat. Heute sind Sarah und Ed gemeinsam in dem Forstbetrieb tätig und eines Tages wird Ed den Betrieb alleine leiten. Das war nicht immer der Plan.

„Eigentlich bin ich die ganze Zeit Snowboard gefahren und nur gelegentlich gekommen, um für Sarah zu arbeiten. Eine Zeitlang war ich sogar für eine Umweltschutzorganisation tätig. Kurz vor meinem 30. Geburtstag habe ich dann mit dem Studium der Forstwirtschaft begonnen. Für mich war es ein Glücksfall, dass sonst aus der Familie niemand Interesse an dem Wald gezeigt hat.“

Sarah und Ed sind Mitglieder in verschiedenen Waldbesitzervereinigungen, wobei Ed mit 41 Jahren fast immer das jüngste Mitglied ist. Aber auch sonst hebt sich die Familie von den meisten anderen Waldbesitzern ab, denn mit knapp 1.300 ha kann sie von ihrem Betrieb leben. In den letzen 30 Jahren hat der Betrieb Flächen dazugekauft bzw. getauscht, sodass jetzt jedes Jahr Holz einschlagen werden kann. „Wir sind definitiv in der Minderheit. Andere Waldbesitzer haben nur 40 bis 200 ha und können nicht von ihrem Wald leben“, erklärt Ed.

Sara sieht in der Kommunikation den Schlüssel zu einem erfolgreichen Generationswechsel. „Ich sehe es als eine Verpflichtung an, den Wald im Familienbesitz zu halten. Ich habe viele größere Familien gesehen, die verkauft haben, weil sie nicht miteinander auskamen oder nicht zu gemeinsamen Entscheidungen gefunden haben. Nicht alle Familienmitglieder müssen aktiv werden, aber einer muss die Führung übernehmen. Wenn nicht, wird der Wald zur Last. Bei uns in der Familie war ich es, die den Weg gegangen ist. Wir sind nicht immer alle auf der gleichen Seite gegangen, aber wir sind ihn gegangen“, sagt Sara mit einem Schmunzeln.

Ein schriftlicher Plan

Ein weiteres, wesentliches Element ist es, einen Plan für den Wald in Zusammenarbeit mit den jüngeren Familienmitgliedern aufzuschreiben. „In der Regel hat die ältere Generation alles im Kopf, aber nichts auf Papier. Woher sollen die Erben wissen, was die Vorfahren mit dem Wald geplant haten? Und die Älteren müssen lernen, die absolute Kontrolle über ihren Besitz aufzugeben. Nur so kann auch die nachfolgende Generation ein Gefühl für ihren Wald entwickeln. Das muss sich nicht unbedingt auf wirtschaftliche Aspekte beziehen – es können auch Emotionen sein.

Weitere Bilder zum Artikel
  
          Tamara Cushing ist Projektkoordinatorin des Programms Ties to the Land. Bild rechts: Ken Faulks Tochter Elizabeth schmiedet Pläne
für die Zukunft, während Enkelin Sybilla Spaß daran hat,
im Wald zu spielen.       Bild oben: Sarah Leiman und 
ihr Neffe Ed Cummings schauen über den Wald und suchen die Grenzen ihres Besitzes.

Åsa Björklund

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