Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2011: Aufschwung setzt sich fort

Im Frühjahr 2011 befindet sich die Weltwirtschaft im Aufschwung, vor allem aufgrund der Dynamik in den Schwellenländern. Auch Deutschland erlebt einen kräftigen Aufschwung. Die Institute erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,8 % und im kommenden um 2,0 % zunimmt.

Das geht aus dem Gutachten der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose hervor, der das Institut für Wirtschaftsforschung Halle, das ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel und das Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung angehören.
 
Deutschland befindet sich im Frühjahr 2011 in einem kräftigen Aufschwung. Die schwächere Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion im vierten Quartal 2010 war vorwiegend dem frühen Wintereinbruch geschuldet und deutet nicht auf ein Nachlassen der Auftriebskräfte hin. Der Aufschwung wird sowohl von der Nachfrage aus dem Ausland als auch von der Binnenkonjunktur getragen. In der Industrie stiegen die Auftragseingänge bis zuletzt aus allen Weltregionen kräftig. Die Unternehmen schätzen die wirtschaftliche Lage so günstig ein wie zuletzt zur Zeit der Wiedervereinigung. Die Bauwirtschaft profitiert weiterhin von den niedrigen Zinsen. Für das erste Quartal dieses Jahres lassen die vorliegenden Indikatoren einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 % erwarten.

Vieles deutet darauf hin, dass die Expansion in den kommenden Monaten kräftig bleiben wird. Wichtige Umfrageindikatoren liegen nahe bei ihren Höchstständen; die internationale Konjunktur ist weiter aufwärts gerichtet, und die Zinsen dürften niedrig bleiben.

Risiken kommen vor allem aus dem internationalen Umfeld. Dazu gehört das Risiko einer weiteren merklichen Verteuerung von Rohstoffen, insbesondere wenn sie aus einer Angebotsverknappung resultiert. Auch ist die Lage der öffentlichen Haushalte vieler Länder des Euroraums nach wie vor angespannt. Eine Zuspitzung der Schulden- und Vertrauenskrise dürfte die deutsche Wirtschaft erheblich belasten.

ifo

Auch interessant

von