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Gemeindewald in Europa

Gemeindewald in Europa

Der Europäische Gemeindewaldbesitzerverband FECOF (Fédération Européenne des Communes Forestières) widmete sich mit einer Abendveranstaltung am 11. September 2013 der besonderen Rolle des Europäischen Gemeindewaldes und der forstbezogenen Politik der EU. Der französische Bürgermeister Pierre Grandadam, Vizepräsident der FECOF, konnte im Straßburger Maison de la Région Mitglieder und Gäste aus acht EU-Mitgliedsstaaten begrüßen. Unter den Ehrengästen waren neben den französischen EU-Abgeordneten Corinne Lepage und Gaston Franco auch der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck, um über Waldfragen und den Gemeindewald auf europäischer Ebene zu diskutieren.In ihrem Gastreferat ging Frau Lovisa Lillihöök von der Brüsseler Generaldirektion Landwirtschaft auf aktuelle Waldfragen aus Sicht der EU-Kommission ein. Sie schilderte die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die sich auch für Wald- und Forstwirtschaft in der kommenden Förderperiode 2014 bis 2020 im Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) bieten. Die EU habe mit einem Waldanteil von 42 % der Landfläche erhebliche Waldressourcen mit sehr unterschiedlicher Ausprägung, wobei die Bedeutung der vielfältigen Waldfunktionen gegenwärtig erheblich wachse. Dabei bezeichnete sie die neue EU-Forststrategie als echten Meilenstein, um den heutigen und zukünftigen Anforderungen an die Wälder gerecht zu werden.Seitens der FECOF verdeutlichten Anne Galibert und Georg Bauer die Positionen des Gemeindewaldes. Europaweit seien es gerade die Gemeindewälder, die vielfältige Nutzungsansprüche seit jeher verknüpfen und in einer nachhaltigen und multifunktionalen Bewirtschaftung sichern müssten. Erstaunlich sei, dass es bislang auf EU-Ebene keine gesicherten statistischen Daten über den Gemeindewald (Kommunalwald) gebe. Bei der Frage der Umsetzung von NATURA 2000 sei festzustellen, dass vor Ort der Gemeindewald überproportional stark in die Schutzgebietsabgrenzungen einbezogen wurde. Bedauerlicherweise sei der Gemeindewald jedoch gleichzeitig von den dafür vorgesehenen Kompensationszahlungen ausgeschlossen, die die EU für die kommende Förderperiode bis 2020 anbiete.In seinem Schlusswort dankte Bürgermeister Franz Schrewe, Präsident der FECOF, den Referenten des Abends sowie den Gästen für ihr Interesse an der Veranstaltung und unterstrich, dass eine verstärkte Interessenvertretung auf EU-Ebene für den Gemeindewald als auch die Forstwirtschaft insgesamt offenbar nötiger denn je sei. Er machte deutlich, dass sich die FECOF für eine statistische Erfassung des Gemeindewaldes einsetzen werde, um ihn stärker als bisher zwischen Privat- und Staatswald in Brüssel zu positionieren. Die Umsetzung von NATURA 2000 und die Frage der Kompensation der betroffenen Gemeindewaldbesitzer werde auch künftig ein Schwerpunktthema der FECOF bleiben.

FECOF

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