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Gefürchteter Pflanzenschädling an Oleander in Sachsen nachgewiesen

Bei einer amtlichen Routinekontrolle in einer Gärtnerei im Vogtland wurden an einer untergestellten, privaten, Oleanderpflanze verdächtige Befalls-Symptome mit dem Bakterium Xylella fastidiosa festgestellt. Wie das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden mitteilte, habe die Laboruntersuchung diesen Verdacht bestätigt.

Xylella fastidiosa ist ein besonders gefährliches Bakterium, das in der Europäischen Union als Quarantäneschädling gelistet ist. Es befällt eine große Anzahl von Pflanzenarten und ruft schwere Schäden an Kulturpflanzen hervor. Für Menschen oder Tiere ist das Bakterium ungefährlich.
Ausrottungs- und Überwachungsmaßnahmen
Um eine Ansiedlung oder Verschleppung von Xylella fastidiosa zu verhindern, ordnet das LfULG Ausrottungs- und Überwachungsmaßnahmen sowie ein Verbringungsverbot für Pflanzen an. Dazu erlässt es auf der Grundlage des Durchführungsbeschlusses 2015/789 der Europäischen Kommission eine Allgemeinverfügung. Sie trat mit Wirkung vom 28. Juli 2016 in Kraft.
Um die Befallszone herum wird eine Pufferzone von zehn Kilometern Breite abgegrenzt. Sie soll verhindern, dass das Bakterium verschleppt wird. Pflanzen dürfen weder von der Befalls-  in die Pufferzone noch aus der Pufferzone heraus gebracht werden Dieses Verbot gilt  für gewerbliche wie für private Zwecke. Auf Antrag kann das LfULG Ausnahmen genehmigen. Es kontrolliert auch die angeordneten Maßnahmen und führt regelmäßige Sichtprüfungen der anfälligen Pflanzen durch. Dazu ist den Mitarbeitern der Behörde ein Betreten der Grundstücke zu gestatten.
Das Bakterium Xylella fastidiosa wurde in der EU zum ersten Mal im Oktober 2013 festgestellt. In der süditalienischen Region Apullien fielen der Krankheit hunderte Olivenbäume zum Opfer. Die in Sachsen festgestellte Unterart Xylella fastidiosa subsp. fastidiosa wurde erstmalig nachgewiesen. Sie kann für Wein, Obstbäume und viele andere Pflanzen gefährlich werden.
Biologie und Vektor
Das Bakterium besiedelt das Xylem, also das Leitgewebe der Pflanze, und verstopft durch seine Vermehrung die Leitungsbahnen. Dadurch wird der Transport von Wasser und Nährstoffen in der Pflanze verhindert. Xylem-saugende Insekten (Zykaden)  nehmen das Bakterium auf, infizieren gesunde Pflanzen und dienen so als Überträger. 
Die einheimische Wiesenschaumzikade Philaenus spumarius wurde in Italien als Vektor bestätigt. Durch den Handel befallener Pflanzen wird die Krankheit in neue Regionen verschleppt. 
LfULG

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