WaldÖkologie

Gefährdet die Robinie Nachbarbestände?

Bearbeitet von Carolin Föste

Die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) ist dafür bekannt, sich u. a. über Wurzelbrut schnell zu verbreiten und wird daher vielfach kritisch beäugt. Dennoch gilt die Pionierbaumart als zukunftsfähig und klimastabil. Um das Gefahrenpotential auszuloten, das von Robinienbeständen und ihrer Ausbreitung in andere Biotope ausgehen kann, wurde das Waldklimafonds-Projekt „InvaRo“ ins Leben gerufen – und die Ergebnisse nun in eine Risikokarte für Brandenburg übertragen.

Wie wirken sich Robinienbestände auf benachbarte, schutzbedürftige Trockenrasen-Biotope in Brandenburg aus und wie weit verbreitet sich die oftmals verdrängende Baumart? Das hat das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften e. V. (FIB) gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin in dem von den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) geförderten Vorhaben untersucht. Die Ergebnisse wurden in einer Risikokarte für Brandenburg zusammengetragen.

Abstand halten: Robinie breitet sich aus

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) beschreibt, wie die Forschenden vorgegangen sind: Untersucht wurde der Einfluss von Robinien auf empfindliche Biotope und die Entfernungen, über die sich Robinien vermehren können. Daraus leiteten sie das Gefahrenpotenzial von Robinienbeständen in Gefahrenstufen und letztlich Handlungsempfehlungen ab.

In Brandenburg wachse die Robinie als Haupt-, Misch- oder Nebenbaumart auf einer Fläche von ca. 22.500 ha. Ihre Samen können sich im Fazit bis zu 77 m weiter ausbreiten, die Wurzelbrut „überschreitet“ 20 m.

500 m Abstand zum Trockenrasen seien daher nötig, um diesen sensiblen Biotopen ausreichend Sicherheit gegenüber der Robinie zu geben. Bei 50 m Nähe bestehe ein hohes Risiko der Robinien-Einwanderung in wenigen Jahren.

Robinie beeinflusst umliegende Biotope

Das Vorkommen der Robinie verändert den Standort. So entstehe der Forschung nach eine dickere Humusauflage, Kohlenstoff und Stickstoff werden im Oberboden angereichert und weniger Licht erreicht den Waldboden. Dazu gilt die Robinie als besonders resistent gegenüber Hitze und Trockenheit.

Aber auch die Robinie steht unter dem Einfluss ihrer Umwelt und damit verschiedener Faktoren. Wie gut sie sich über die Verbreitung der Samen oder mithilfe von Wurzelbrut ausbreiten kann, hängt von umliegenden Biotopen ab. Denn die Umwelteinflüsse des Standorts – Wasser, Nachbarvegetation, Licht, Bodenbeschaffenheit und Relief – kann die Ausbreitung der nicht-heimischen Laubbaumart entweder fördern oder hemmen, beschreibt die FNR.

Dennoch: Liegt ein sensibles Biotop, wie Trockenrasen-Biotope, in unmittelbarer Nähe der Robinien, sollten schnellstmöglich Maßnahmen gegen ihre Verbreitung eingeleitet werden, empfehlen die Expertinnen und Experten.

Die Risikokarte können Sie kostenlos über Zenodo mit der Nummer 6460638 heruntergeladen.

Quelle: FNR