Forstpolitik

Gedenkstein für Hannß Carl v. Carlowitz in Brandenburg

Die Kampagne 300 Jahre Nachhaltigkeit neigt sich dem Ende zu. Ein weiterer regionaler Höhepunkt war die Steinsetzung im „Dauerwaldforst Robert Hinz“ in Klein Behnitz/Brandenburg.
Oberlandforstmeister i.R. Robert Hinz und Wilhelm v. Carlowitz enthüllten am 22. September 2013 den Gedenkstein „zu Ehren des Vaters der Nachhaltigkeit“, des sächsischen Oberberghauptmanns Hannß Carl v. Carlowitz.
Vor den zahlreich erschienenen Interessenten dankte Wilhelm v. Carlowitz für die von Robert Hinz ausgegangene Gedenkinitiative. Weil das Buch „Sylvicultura oeconomica“ seinen 300. Geburtstag hat, erinnern viele Veranstaltungen an die vom „Nachhaltigkeits-Carlo“ – wie Hannß Carl v. Carlowitz in der Familie genannt wird – darin aufgeworfenen Gedanken. Seine Überlegungen wären eigentlich jedem vertraut, sagte Wilhelm v. Carlowitz, wenn es gilt, nicht mehr aus dem Geldbeutel rauszunehmen als auch drin ist. Der Staat jedoch, kritisierte er, lasse kaum ein nachhaltiges Wirtschaften erkennen. Im Namen der „Forstfamilie“ v. Carlowitz sprach er die Hoffnung aus, dass künftig in allen Bereichen die Lehren aus den Nachhaltigkeits-Gedanken seines Vorfahren gezogen werden.
Robert Hinz erinnerte daran, dass er den ersten Stein im Forstamt Altenplathow/Sachsen-Anhalt zu Ehren des Königlich-Preußischen Oberförsters Friedrich Adolph v. Alemann – dem Eichenpionier im Jerichower Land – gesetzt hatte. Im brandenburgischen Domstiftsforstamt Seelensdorf, dem alten Revier von Robert Hinz, stehen mittlerweile 50 Steine; insbesondere zur Markierung bzw. Erhaltung alter Ortsnamen. Der Carlowitz-Gedenkstein ist der 11. Stein im Revier Klein Behnitz und der bisher schwerste. Er sei „der erste Carlowitz-Stein mit eingemeißeltem Schädel im Land Brandenburg“, betonte Hinz.
 
Der Steinmetz- und Steinbildhauer Günter Noack fertigte diesen Gedenkstein aus Granit „allein mit Hammer und Meißel, Pinsel und Farbe“, und dies, obwohl er unfallbedingt dabei nur eine Hand voll einsetzen konnte. Gesponsert wurde der Findling von Landwirt Heinrich Thiermann. Den Sinn der Gedenksteininitiative beschreibe sehr gut, führte Hinz aus, die Gedichtzeile von Günter Eich: „Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!“
 
Der Stein möge dazu dienen, Vorrübergehende zum Nachdenken anzuregen und vor allem Jung und Alt ins Gespräch zu bringen. Gleichwohl gelte es, flächenübergreifend den Gleichklang in der Waldbewirtschaftung zu pflegen – im Sinne von Hannß Carl v. Carlowitz.
Stephan Loboda