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Neue Verordnung über das Biosphärenreservat Vessertal – Thüringer Wald

Zum 1. Januar 2017 trat die neue Verordnung über das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald in Kraft. Damit ändern sich der Name des Biosphärenreservats und sein Gebiet. Es ist nun mit 32.700 ha fast doppelt so groß wie vorher.

Mit der Gebietserweiterung kommen die Gemeinden Altenfeld, Elgersburg, Frankenhain, Geraberg und Masserberg sowie die Städte Großbreitenbach und Oberhof zusätzlich in das Biosphärenreservat Thüringer Wald.
„Die Menschen mit ihrem nachhaltigen Wirken stehen für uns im Mittelpunkt eines Biosphärenreservats“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund. Das ist auch ein wichtiges Anliegen der UNESCO, die deshalb bestimmte Mindestgrößen fordert. Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eng damit verknüpft, traditionelle Nutzungsweisen zukunftsfähig weiterzuentwickeln und den Menschen vor Ort Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen. Dies war in der vorherigen, 17.089 ha großen Gebietskulisse nur eingeschränkt möglich.
Die Verordnung wurde in engem Kontakt mit den Betroffenen abgestimmt. Ziel war es, sich auf die notwendigen Regelungen zu beschränken und gleichzeitig dem Schutzbedürfnis dieser einzigartigen Lebensräume gerecht zu werden. So wird das gesamte Biosphärenreservat in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen untergliedert, in denen unterschiedliche Regelungen gelten. Die Entwicklungszonen machen rund 73 % aus. Hier steht das nachhaltige Wirtschaften, also vor allem eine nachhaltige touristische Nutzung, im Mittelpunkt.
In einem weiteren Schritt soll 2017 mit den Kommunen der Anerkennungsantrag für die UNESCO abgestimmt werden, so die Ministerin.
Biosphärenreservat Thüringer Wald
Das Biosphärenreservat Thüringer Wald ist eines der beiden ältesten UNESCO-Biosphärenreservate Deutschlands. Es wurde 1979 erstmals von der UNESCO anerkannt. Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfungen des Biosphärenreservats wurde von der UNESCO beanstandet, dass die Größe des Biosphärenreservats nicht ausreichend ist, um die Funktionen zu erfüllen, die UNESCO-Biosphärenreservate nach den internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate erfüllen sollen.
In einem 2010 durchgeführten moderierten Diskussionsprozess im Thüringer Wald wurde die Vergrößerung des Biosphärenreservats mit den Betroffenen umfänglich erörtert. Das Ergebnis war die Empfehlung der Region an die Landesregierung, das Biosphärenreservat auf eine Größe von etwa 34.500 ha zu erweitern und die Verordnung des Biosphärenreservats entsprechend zu ändern. Aufgrund der nachfolgenden detaillierten Abstimmungen zur Gebietsabgrenzung mit den Gemeinden, die zukünftig Teil des Biosphärenreservats sein wollen, wurde eine Gebietskulisse abgestimmt, die etwa 32.700 ha umfasst. Diese Fläche wurde nun als Biosphärenreservat Thüringer Wald ausgewiesen.
MIL Thüringen

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