Holzenergie

Gaskrise: Bayern erlaubt Notfallbetrieb alter Kaminöfen

Bearbeitet von Jörg Fischer

Vor dem Hintergrund der aktuellen Gaskrise können stillgelegte private Holzfeuerungen in Bayern in der kommenden Heizperiode im Einvernehmen mit den Bezirkskaminkehrermeistern im Notfall wieder in Betrieb genommen werden.

Eine grundsätzliche Vereinbarung zum Notfallbetrieb hat das Bayerische Umweltministerium mit dem Landesinnungsverband für das Bayerische Kaminkehrerhandwerk geschlossen.

Gaskrise ermöglicht befristeten Weiterbetrieb stillgelegter Holzfeuerungen

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber wies darauf hin, dass Bayern das Wald- und Holzland Nummer eins in Deutschland sei. Heimisches Holz zur energetischen Verwertung könne regional bezogen werden. Holz sei ein „Energieträger der kurzen Wege“.

„In der aktuellen Gaskrise müssten wir uns vorbereiten und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um regenerative heimische Brennstoffe zu nutzen“, so der Minister. „Dazu erlauben wir für den Notfall auch den befristeten Weiterbetrieb bereits stillgelegter Holzfeuerungen.“

Notfallregelung bei Ausfall der Versorgung

Eine mögliche Wiederinbetriebnahme umfasst Holzfeuerungen wie zum Beispiel Kachelöfen, die aufgrund der Sanierungsfristen der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) bereits außer Betrieb genommen aber noch nicht abgebaut worden sind. Diese können in Notfällen für eine Übergangszeit wieder genutzt werden. Dazu sollen die Kreisverwaltungsbehörden Allgemeinverfügungen erlassen, die die Wiederinbetriebnahme dieser Holzöfen für einen bestimmten Zeitraum zulassen.

Aufwändige Einzelfallentscheidungen können so vermieden werden. Die Kreisverwaltungsbehörden und der Landesinnungsverband sind entsprechend beauftragt.

Als Notfälle sind der Ausfall der Fernwärme, der Gasversorgung oder einer anderen zentralen Wärmeversorgung festgelegt. Die Notfall-Regelung (ab und innerhalb der 3. Alarmstufe Gas) betrifft alle Anlagen, die vor dem 31.12.2004 errichtet wurden. Bei Altanlagen die bis zu Inkrafttreten der 1. BImSchV im Jahr 2010 errichtet wurden, beginnt die Sanierungsfrist erst am 1.1.2025.

Ulrich Graf, Redaktion Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt