Waldbau

FVA-Projekt zu klimasensitiven Saatguterntebeständen

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Forscher an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) untersuchen, wie die Wälder aus denen Saatgut entnommen wird, mit dem zukünftigen Klima zurechtkommen.

Vielerorts müssen die Wälder immer häufiger mit wenig Niederschlag auskommen. Bei manchen Bäumen sorgt das für massive Trockenschäden – andere kommen damit besser zurecht. Sind Bäume, die bereits jetzt mit wenig Wasser und viel Hitze auskommen, bereits an die Trockenheit angepasst? Ist ihr Nachwuchs besser geeignet für die Wälder der Zukunft? Diese Fragen gilt es zu klären, sagt auch Forstminister Peter Hauk. Untersucht werden dazu potenzielle Saatguterntebestände von Buche, Tanne und Fichte im Hinblick auf folgende Punkte:

  • Standorteigenschaften
  • Wüchsigkeit der Bestände
  • Reaktion auf einzelne Trockenjahre
  • genetische Struktur der Bäume

Natürliche Anpassungsprozesse der Bäume

„Mit diesem Forschungsprojekt leistet die FVA einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Debatte über die Chancen verschiedener Anpassungsstrategien der Forstbetriebe im Klimawandel“, sagte Prof. Dr. Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA). „Wir untersuchen hier die natürlichen Anpassungsprozesse der Bäume, gewinnen dann aber gezielt geeignetes Saatgut, das den Waldbesitzenden dabei hilft, ihre Wälder schon jetzt aktiv an das Klima von morgen anzupassen. Damit zeigen wir wissenschaftlich begründet Alternativen zu der pauschalen Behauptung auf, die Natur würde sich im Klimawandel ohne Menschen am besten entwickeln.“

Vielfältige Standorte werden analysiert

Ob ein Wald am Hang liegt, in Höhenlagen oder in Tiefebenen – alle Standorte bieten unterschiedliche Voraussetzungen. Ein Team an der FVA analysiert die vielfältigen Standorte und erforscht die Anpassung der Bäume an Trockenheit. Die Reaktionen der Bäume fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Manche kommen gut mit wenig Wasser zurecht und diese Bäume können dazu beitragen, den Wald klimastabiler zu gestalten. Untersucht werden auch Jahrringsbreiten sowie Genproben von Blättern, Nadeln und Knospen.

Ein Bild von der Zukunft machen

In der Debatte um den Wald spielen traditionell Emotionen eine große Rolle. „Waldbesitzende und Forstleute müssen sich bei ihren täglichen Entscheidungen aber auch auf wissenschaftliche Aussagen stützen können. Dazu brauchen wir ein Bild von der Zukunft des Waldes und eine Bewertung der Handlungsalternativen, die die Verantwortungstragenden im Wald, aber auch die Öffentlichkeit nachvollziehen können. Daran arbeiten wir“, betonte Schraml.

Projektinfo: „Trockenstresstolerante Saatguterntebestände“

Weitere Infos zur Kampagne: Das Blatt wenden – Gemeinsam für die Zukunft der Wälder 

Für die Baumart Eiche wird gerade in einem anderen Projekt analysiert, in wie weit das Saatgut solcher Bestände sich im Wuchsverhalten tatsächlich als trockenstresstolerant erweist. Mehr Infos dazu. 

Quelle: MLR BW