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Vorstand bestätigt

Am 27. September fand auf den KWF-Thementagen in Paaren im Glien die Mitgliederversammlung des Forstunternehmerverbandes Brandenburg statt. Sie bot Vorträge zu den Themen Sicherheitsschnitt bei der Motorsägenarbeit und zum Bodenschutz und endete
mit der Wahl des Vorstandes, der einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde.

 

Eines kann man gleich mal festhalten. Das Programm der Mitgliederversammlung hätte mehr Zuspruch verdient gehabt. Die Vorsitzende des Forstunternehmerverbandes Brandenburg, Sylvia Settekorn, hatte zwei Fachvorträge organisiert, die für jeden Unternehmer interesssant gewesen wären. So aber erläuterten Dr. Paul Köhler vom Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde und Klaus Klugmann von der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ihre Erkenntnisse leider nur vor einer kleinen Gästeschar. Zum Ausgleich waren die wenigen anwesenden Mitglieder dafür aber umso diskussionsfreudiger.

Dr. Köhler stellte die Ergebnisse eines Befahrungsversuches vor, mit dem das FIB im Auftrag des Landesbetriebes Forst Brandenburg untersuchte, welche Auswirkungen die Bereifung von Rückezügen auf den Boden haben. Eingesetzt haben die Wissenschaftler zwei Sechsradforwarder des Typs HSM 208F, einer hatte 940 mm breite Reifen der Marke Firestone und der andere fuhr mit 710-mm-Reifen von Trelleborg. Letztere Maschine wurde für eine Versuchsvariante an den hinteren Bogieachsen mit Moorbändern des Typs Clark Terex ausgestattet. Auf einem entwässerten Niedermoor-Standort, der nur bei Trockenheit befahrbar ist, legte das Institut jeweils drei Rückegassen im Wald und auf einer benachbarten Wiese an und befuhr sie dann jeweils 20-mal mit den voll beladenen, etwa 28 t schweren Maschinen. Aus dem umfangreichen Messprogramm stellte Dr. Köhler die Ergebnisse zu den Fahrgleisen vor, bei denen die Superbreitreifen im Wald am besten abschnitten. Sie erzeugten nicht nur weniger tiefe Fahrspuren, sondern hatten auch weniger stark aufgewölbte Spurränder als die übrigen Bereifungsvarianten. Allerdings schnitten auf der Wiese die Bogiebänder noch etwas besser ab, während sie im Wald zu größeren Wurzelschäden bei den Gassenbäumen führten. Wie Dr. Köhler betonte, spielt auf empfindlichen Standorten die Bodenfeuchte aber immer eine größere Rolle als die Bereifung. Die Forstunternehmer fragten sich im Anschluss, warum in der Untersuchung Sechsradforwarder zum Einsatz kamen, die gar nicht Stand der Technik sind. Es hätte sie zudem interessiert, welche Auswirkungen sich ergeben, wenn die Forwader nur zur Hälfte beladen werden, dafür aber doppelt so häufig die Rückegasse befahren. Ein weiterer Einwand stellte fest, dass die Rückegassen in den Wäldern ohnehin schon vielfach befahren wurden. Bringen Superbreitreifen dann überhaupt noch etwas?

Arbeitssicherheit

Noch angeregter verlief die Diskussion beim Vortrag von Klaus Klugmann. Er stellte die neuen Durchführungsanweisungen zu den Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz Forsten (VSG 4.3) vor. Sie schließen andere sichere Arbeitstechniken ausdrücklich nicht aus. Wer sich aber an die neuen fachlichen Empfehlungen hält, der erfüllt die Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften auf jeden Fall, erklärte der Forstfachmann von der SVLFG. Ein Beispiel ist die Sicherheitsfälltechnik, die jetzt im Regelfall anzuwenden ist. Wie sie funktioniert, das schilderte mit Thomas Wickert der hessische Waldarbeits-Vizemeister. Ein wesentliches Element der Schnitttechnik ist das Belassen eines Sicherheitsbandes. Erst wenn dieses Sicherheitsbandes durchtrennt wird, kann der Baum fallen. Wegen dieses Bandes hat der Motorsägenführer keinen Zeitdruck bei der Anlage des Fällschnitts und kann den Fallbereich des Baumes wirksam absichern. So mancher Unfall könnte dadurch vermieden werden – etwa der tödliche Unfall einer vierfachen Mutter, die im Frühjahr bei München eine Wegsperrung missachtete und von einem Baum erschlagen wurde. Dem Waldarbeiter konnte man zwar keinen Vorwurf machen, mit der Sicherheitsfälltechnik hätte er den Unfall aber wohl vermeiden können.

Die Unternehmer waren zunächst skeptisch, weil sie die empfohlene Arbeitsweise langsamer einschätzen, als den meist praktizierten, nachgezogenen Fächerschnitt. Klugmann wies jedoch darauf hin, dass dies eine reine Trainingssache sei. Uwe Donner bemängelte, dass die motormanuelle Holzernte in Brandenburg wegen des hohen Mechanisierungsgrades unterentwickelt sei. Er fragte sich, warum dann die Rückegassenabstände vielfach erhöht werden. Das zwinge die Unternehmer dazu, die Bäume mit der Motorsäge in die Kranreichweite des Harvesters zu fällen, was die Unfallgefahr deutlich erhöht.

Im internen Teil standen im Anschluss Vorstandswahlen an. Sylvia Settekorn wurde dabei ebenso in ihrem Amt bestätigt wie Uwe Donner und Torsten Voltz als erster und zweiter Stellvertreter. Dem erweiterten Vorstand gehören desweiteren Andreas Stabenow und Hendrik Settekorn an, letzterer übernimmt das Ehrenamt zum ersten Mal.

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