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1.11.2016Forst & Technik | Forst & Technik | Das aktuelle Heft

Ganz fürchterlich

Kommt in Bayern der dritte Nationalpark? Das weiß im Moment noch niemand. Sicher ist aber, dass die Diskussion wieder einmal entbrannt ist. Dabei hatte die Bayerische Staatsregierung erst 2015 einen Nationalpark Steigerwald ausgebremst. Was hat Ministerpäsident Horst Seehofer zu seiner überraschenden Kehrtwende veranlasst? Wollte er vermeiden, vor den anstehenden Landtagswahlen als Naturschutz-Verhinderer dazustehen? Wenn er den Widerstand mal nicht unterschätzt. Auf ihrer Suche nach einem passenden Schutzgebiet stößt die Umweltministerin ­Ulrike Scharf im favorisierten Spessart nicht nur auf empörte Bürger. Besonders hartnäckig wehrt sich ihr Parteikollege, der CSU-Abgeordnete und Chef des Haushaltsausschusses Peter Winter. Er bündelt die Gegner gerade im Verein „Wir im Spessart“. Die Forst- und Holzwirtschaft ist ohnehin dagegen. Ob der Verband der Spessartforstberechtigten, die Deutsche Säge- und Holzindustrie (DeSH), die Waldbesitzerverbände oder die Forst­unternehmer. Alle bringen gute Gründe gegen einen Nationalpark vor. Die über 100 Jahre alten Brennholzrechte, die gefährdete Versorgung der Holz­wirtschaft oder den steigenden Import von Raubbauholz aus dem Ausland.  

Der Vorsitzende des Berufsverbandes Forstunternehmer in Bayern – um nur einen der Gegner zu zitieren – könnte sich „ganz fürchterlich“ über einen Nationalpark Spessart aufregen. Schon allein, weil die weltweit berühmten Eichenwälder dem Unter­gang geweiht wären. Vielmehr jedoch, weil ein Nationalpark definitiv Existenzen zerstören würde. „Nicht die beim Staat angestellten Förster und Waldarbeiter werden ihre Arbeit verlieren“, sagt er. „Betroffen sind vor allem die kleinen Rückebetriebe, die mit ihren Maschinen schließlich keine Leute durch den Nationalpark karren können.“ Die Bayerische Staatsregierung verstoße mit den Nationalparkplänen gegen ihre eigene Politik. Sie hat sich erst 2013 mit dem Waldpakt Bayern ausdrücklich zu einer multi­funktionalen Forstwirtschaft auf ganzer Fläche bekannt: „Eine pauschale Still­legung von Waldflächen ist nicht nachhaltig“, steht dort unter anderem drin.

Am 2. März lädt der Cluster Forst und Holz Bayern zu einer Informationsveranstaltung nach Weibersbrunn ein. Dort stellen Experten aus Wissenschaft, Forst- und Holz­wirtschaft die Auswirkungen eines Nationalparks dar. Die Forstunternehmer überlegen gerade, ob sie bei dieser Veranstaltung mit ihren Maschinen gegen die Pläne protestieren sollten.

Oliver Gabriel

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