Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Designerleuchte aus Furnier von der Firma LeuchtNatur. Foto: IFN/LeuchtNatur

Furnierbranche in Deutschland

Seit 2004 führt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) jährlich eine Umfrage in der deutschen Furnierbranche durch. Dieses Jahr haben 30 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen. Dazu gehören die wichtigsten Player der Furnierbranche in Deutschland.
Aufgrund der Angaben der Teilnehmer beziffert der GD Holz das Produktionsvolumen auf max. 34.000 m³. Dies entspricht in etwa 20,4 Mio. m² Furnier. 2012 waren es 47.000 m³ und 2013 noch 39.350 m³. Dieser Rückgang wird auch durch Produktionsstillegungen in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich.
Die Branche tätigt zu 68 % ihren Umsatz in Deutschland. Hieran hat der Furnierhandel einen Anteil von 75 %. Das produzierende Gewerbe ist mit einem Umsatzanteil von insgesamt 43 % stärker im Ausland tätig, davon 27 % in Europa und den GUS-Staaten und 16 % in Nordamerika, China, Indien, Thailand und Südostasien, Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel, Australien, Südafrika und Ägypten. Russland spielt kaum eine Rolle.
Bezogen auf die verkauften Mengen bezieht die Furnierbranche ihr Holz/Furniere mit einem Anteil von 73 % überwiegend aus Europa. Die außereuropäischen Importe umfassen mit 27 %. Die Nachfrage nach nordamerikanischen Holzarten bleibt mit 19 % sehr stabil, auch die Ware aus Afrika (2,4 %) und Südostasien (3,3 %) bleibt auf geringem aber stabilem Niveau. Etwa 1/3 der Ware, die aus Europa und Nordamerika kommt, ist zertifizierte Ware. In den anderen Kontinenten liegt der Anteil der zertifizierten Ware bei durchschnittlich 3 %.
Obwohl das Produktionsvolumen in Deutschland weiter rückläufig ist, ändert sich wenig an der Kundenstruktur. Diese ist in den letzten drei Jahren relativ stabil geblieben: Industrie und Handel mit je einem Drittel, das Tischlerhandwerk und der Innenausbau hatten im Jahr 2014 einen starken Anteil von über 40 %. Bei der industriellen Nachfrage hat die Mobilitätsbranche mit dem Yachtbau, der Flugzeug- und Automobilindustrie inzwischen einen Anteil von 26,1 %; Möbelhersteller 19,6 %, Türenhersteller 18,5 %, Plattenindustrie 14,1 %, Paneelhersteller 4,3 %, Kanten- und Leistenhersteller 9,8 %, Fußbodenhersteller 5,4 %.

Für die Furnierbranche spielt auch die Holzqualität eine große Rolle. Es wird zunehmend schwieriger, gute Rohholzqualitäten für die Herstellung von Furnier zu bekommen.
Nach Aussagen der Umfrageteilnehmer beeinflusst die Europäische Holzhandelsverordnung (European Timber Regulation – EUTR) bezüglich der Holzimporte den Markt. In einigen Fällen berichten Unternehmer über Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Nachweisdokumente, sodass in einigen Lieferländern kein Einkauf mehr möglich ist. Inzwischen setzt fast die Hälfte der Befragten verstärkt auf zertifizierte Lieferanten, um eine effektive Risikominderung im Zuge der EUTR zu betreiben. Die Teilnehmer geben einen Anteil von durchschnittlich 25 % zertifizierter Furniere an ihrem Furnierumsatz an. Die Nachfrage nach zertifizierter Ware kommt mit 46 % aus der Industrie (Möbel- und Türenindustrie sowie Kantenhersteller), fast ein Drittel kommt von öffentlichen Auftraggebern (29 %) und 20 % aus dem Ausland (Großbritannien, USA, Kanada, Schweiz und Benelux).
Über 60 % der verkauften Mengen basieren auf europäische Holzarten: Hieran hat die Eiche einen Anteil von 58 % und setzt sich immer weiter von den anderen Holzarten ab, die zunehmend an Bedeutung verlieren. Dies hängt damit zusammen, dass die Eiche mit ihren technischen Eigenschaften flexibel einsetzbar und in ihrer Holzstruktur auch verwandelbar ist. Man findet sie in allen Farbtönen; überwiegend in ihrer natürlichen Optik, aber auch wenn gewünscht mit Nagelstellen und Wurmlöchern, als Wildholz, ästiges, rissiges und gebürstetes Holz. Auch als Starkschnittfurnier erlebt die Eiche eine starke Nachfrage. Bei den nordamerikanischen Holzarten hat Nussbaum einen Anteil von 45 %. Der Furnierhandel hat nach wie vor das Vollsortiment an tropischen Holzarten auf Lager. Die Mengenangaben sind mit einem Anteil von 11 % niedrig aber stabil. Das gleiche gilt für Spezialitäten, wie Maserfurniere oder Vogelaugenahorn, die einen gleichbleibenden Anteil von 4 % haben.
 
Bezüglich der Aussichten für 2015 erwartet der überwiegende Teil der Umfrageteilnehmer für das Gesamtjahr 2015 einen guten Geschäftsverlauf. Nur fünf Teilnehmer schätzen den aktuellen Geschäftsverlauf und die Aussichten als unzureichend ein.

 

Red./GDH
Designerleuchte aus Furnier von der Firma LeuchtNatur. Foto: IFN/LeuchtNatur Mit Liebe zum Detail verarbeitet Matthias Stölzle das Furnier. Foto: IFN/LeuchtNatur Die Initiative Furnier + Natur (IFN) e.V. wurde 1996 von der deutschen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründet. Ziel des Vereins mit Hauptsitz in Bad Honnef ist die Förderung des Werkstoffes Furnier. Er wird getragen von europäischen Unternehmen aus der Furnierindustrie

Auch interessant

von