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Funk-Etiketten auf Holzbasis für Industrieholz

Funk-Etiketten auf Holzbasis für Industrieholz

Hochwertiges Stammholz für Möbel oder Parkett wird häufig schon mit Nummernplättchen oder RFID-Transponder (Funk-Etiketten) gekennzeichnet. Die Partner des Projekts »Intelligentes Holz – RFID in der Rundholzlogistik« wollen jedoch eine praktikable Lösung, die sich zum Kennzeichnen aller Holzsorten eignet – auch der gut 10 Mio. Fm Industrieholz, die jährlich in Deutschland anfallen.
Die Gewinnmargen in diesem Sektor sind gering, deshalb dürfen die eingesetzten RFID-Transponder weder viel kosten, noch bei der weiteren Verarbeitung des Holzes stören, betont Projektleiter Mike Wäsche vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Gemeinsam mit Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in Berlin, der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei sowie weiteren Partnern aus der Forstwirtschaft soll ein RFID-basierter Logistik-Standard für den Datenaustausch zwischen Waldbesitzern, Ernte- und Fuhrunternehmen sowie den gewerblichen Endabnehmern etabliert werden. Das Team am IZM hat daher einen Transponder auf Holzbasis entwickelt: Mit Ausnahme der Antenne besteht der »Tag« aus Papier und Lignin. Das harzartige Polymer fällt in großen Mengen bei der Gewinnung von Cellulose aus Holz an. Der Metallanteil des Transponders liegt weit unter dem, was sonst an Verunreinigungen im und am Holz üblich ist.
Um die Kosten gering zu halten, wird auf den Funk-Etiketten nur ein Zahlencode gespeichert. Alle weiteren Informationen sind in den Verwaltungs- und Abrechnungssystemen der einzelnen Akteure hinterlegt. Ausgelesen werden die Tags im Vorbeifahren: Bei der Anlieferung am Werk passiert der LKW samt Ladung ein Reader- Gate. Alle angelieferten Stämme werden noch auf dem Fahrzeug im Pulk erfasst. Pro LKW-Ladung reichen theoretisch ein bis zwei RFID-Transponder, um alles eindeutig zu identifizieren. Stammt das Holz einer Fuhre von mehreren Lieferanten, muss für eine sichere Zuordnung mindestens jeder 20. bzw. jeder 30. Stamm gekennzeichnet werden, je nachdem, wie groß die einzelnen Chargen sind. Das Projekt läuft noch bis Anfang 2011.

Seit 2002 gibt es zwar den ELDAT-Standard (Elektronischer Datenaustausch von Verkaufsinformationen), logistische Prozesse sind darin aber nur ansatzweise berücksichtigt. Dazu kommen Lücken in der IT-Infrastruktur. Von einem durchgängigen elektronischen Datenaustausch in Verbindung mit RFID könnten alle Beteiligten profitieren – auch die kleinen und mittleren Betriebe, die meist für Holzernte und Transport zuständig sind: Daten wie Herkunft, Qualität, Menge und Bestimmungsort der Stämme müssen nur noch einmal erfasst werden. Außerdem lässt sich das Holz schnell und sicher zuordnen, was die Abrechnung beschleunigt und die Abfuhrkontrolle vereinfacht.
 

Fraunhofer IFF

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