Naturschutz, Landschaftspflege

Für ein schattiges Plätzchen in der Innenstadt

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Gerade die Innenstädte leiden unter der jährlichen Sommerhitze: Wo sich die Luft staut und Abgase und Staub die Luft belasten, kann ein bisschen Grün Wunder wirken. Stadtplaner greifen zunehmend auf Bäume als Klimaretter zurück. Mit dem TreeParker Baumquartier etablieren diese sich selbst in Extremlagen.

Düsseldorf Innenstadt – die neue Fußgängerzone gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Shoppingarealen in Deutschland. In den Sommermonaten litt das Vergnügen der Flanierenden jedoch unter der brütenden Hitze. Zwischen den Straßenfluchten staute sich die Wärme. 2021 ist dies Geschichte: Neun Amerikanische Gleditschien (Gleditsia triacanthos) schmücken jetzt die Schadowstraße. Sie bieten Sonnenschutz, filtern Schadstoffe aus der Luft und geben Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Der auch als Lederhülsenbaum bekannte Baum gilt als trockenheitsresistent und anspruchslos – perfekt also für einen Standort in der Innenstadtlage, die meist wenig Rücksicht auf ihre grünen Bewohner nimmt.


Gleditsia triacanthos sorgt fortan für ein besseres Mikroklima in der Düsseldorfer Innenstadt. Foto: GEFA Fabritz GmbH

Gute Erfahrungen mit Baumquartier

Die Ringbeck GmbH aus Oelde schuf bereits mit der Promenade am Kö-Bogen ein grünes Areal inmitten der Stadt. Bei der Schadowstraße stellte sich dem Garten- und Landschaftsbauunternehmen eine zusätzliche Herausforderung: Nur rund 1,50 mAufbauhöhe standen im Boden zur Verfügung, darunter beginnt die Infrastruktur der ebenfalls zu berücksichtigenden U-Bahn. Karsten Suckau, Bauleiter und Geschäftsführer der Ringbeck GmbH, blieb gelassen. Schließlich hatte man bereits beste Erfahrungen mit dem TreeParker-System der GEFA Fabritz GmbH gesammelt. Das Baumquartier bietet Bäumen ausreichend Freiraum für ihre Wurzeln und schützt zugleich Rohrleitungen sowie Pflasterung vor möglichen Schäden.

TreeParker ist modular

TreeParker ist ein modernes Baumquartier, das flexibel aus einzelnen Modulen zusammengefügt wird. Jedes Modul besteht aus drei verschiedenen Elementen, die sich schnell und einfach vor Ort montieren lassen: Auf ein Rahmenmodul werden vier Pfosten gesteckt, ein weiteres Rahmenmodul dient zum Verschließen. Mit dieser Stecktechnik erreicht das gesamte System eine sehr hohe Belastbarkeit bis zu 15,5 t Achslast pro m². Ist das fertig montierte Baumquartier verfüllt, kann es problemlos überpflastert werden. Der Baum wird anschließend einfach in die vorgesehene Öffnung gepflanzt. „TreeParker ist ein gutes, preislich sehr attraktives Produkt, das wir bei unseren Projekten gerne einsetzen“, bestätigt Suckau.


Das TreeParker Baumquartier wird vor Ort flexibel montiert. Foto: Ringbeck GmbH

Flexibel, gut belüftet und bewässert

Die Flexibilität des TreeParker Systems überzeugt. Durch Einkürzen der Pfosten kann jede gewünschte Höhe hergestellt werden. Die Leitungsinfrastruktur konnte auf diese Weise integriert oder nah am Systemkörper vorbeigeführt werden. Zug um Zug entstanden so die insgesamt neun Baumquartiere. Ein spezielles Rohrsystem vereint Belüftung und Bewässerung über einen Einfüllstutzen. Die Technik trennt Wasser von Luft und verhindert zudem negative Begleiterscheinungen wie Kamineffekt oder die Überschwemmung der Luftleitungen bei Starkregen. Da Wasser und Sauerstoff in die unteren Wurzelbereiche geleitet werden, finden auch Wurzeln den Weg in die Tiefe. Ein oberflächennahes Wachstum und damit Schäden am Pflaster wird effektiv unterbunden.

Das fertige TreeParker-Baumquartier bietet den Lederhülsenbäumen fortan beste Standortbedingungen. Die Bäume selbst stehen in einem gut belüfteten Substrat. Suckau: „Eine belebte, zugepflasterte Einkaufsstraße oben, die U-Bahn unten, dazu Hitze und Trockenheit. Mit dem TreeParker haben die Bäume die Chance, langfristig gesund zu bleiben.“

Quelle: Gefa Fabritz