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Forstlicher Unternehmertag mit weniger Besuchern

Am 10. März 2016 fand in Freising der 20. Forstunternehmertag statt. Es war der zweite für Asst. Prof. Dr. Eric Labelle, dessen Premiere im Jahr zuvor dem Unternehmertag einen Rekord von rund 400 Besuchern beschert hatte. Soviele Besucher kamen dieses Mal bei weitem nicht.Von den 265 Besuchern kamen außerdem nur gut 30 Vertreter von rund 25 Forstunternehmen da, ansonsten Förster, Maschinenhersteller, Dienstleister und Vertreter aus der Holzindustrie. Natürlich, so sagte schon Labelles Vorgänger Walter Warkotsch, heiße die Veranstaltung nicht „Forstunternehmertag“, sondern „Forstlicher Unternehmertag“ und spreche damit die gesamte Forstbranche an. Dennoch sind die Forstunternehmer eine Kernzielgruppe.

Das Motto des Unternehmertags lautete „Aktuelle Lösungsansätze und die Herausforderungen von Morgen“ und ähnlich weit gefasst wie der Titel war auch das Programm, das – ungewöhnlich genug – mit einem Vortrag des Cellerars des Klosters Scheyern, Pater Lukas Wirth, begann, nachdem Eric Labelle zuvor das Publikum – zwar abgelesen aber auf deutsch – begrüßt hatte.

Am Vormittag folgten ein Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Dietz vom KWF zum Datenstandard StanforD und der herstellerunabhängigen Berichtssoftware StanforD-Report für Forstmaschinen-Daten sowie drei Kurzvorträgen im Infoblock. In ihnen ging es um Vor-Ort-Reparaturen von ausgeschlagenen Bohrungen, die Einsatzgebiete von Multifunktionsschleppern und Trinkwasserschutz in der Forstwirtschaft. Besonders dieses letzte Thema erwies sich als besonders diskussionswürdig, denn schnell stellt sich bei Wasserschutzmaßnahmen im Wald auch die Frage nach Ausgleichszahlungen.

Am Nachmittag folgten Vorträge über die Qualifizierung von Forstmaschinenführern in Niedersachsen, die automatische Radlastregelung bei Bogieachsen und eine Analyse der Bundeswaldinventur III für Bayern. Neu war die abschließende große Podiumsdiskussion zum Verhältnis von Forstwirtschaft, Holzindustrie und Gesellschaft. Moderiert wurde die Diskussion von Ludwig Lehner, der bis Mitte 2012 für die Holzbeschaffung bei UPM zuständig war. Vorher hatte er von 1997 bis 2005 die Niederlassung von Jaakko Pöyry in Freising geleitet.

Zum abschließenden Stehempfang mit Feierabendbier blieb die Analyse, warum diesmal 130 Besucher weniger gekommen sind. Bei einer kleinen Befragung zeigten sich die anwendenden Besucher zufrieden mit dem Unternehmertag. Besonders die Podiumsdiskussion kam gut an. Die Einladungen seien später als sonst verschickt worden, lautete eine Vermutung. Es könnte andere Termine geben, die die Leute vom Besuch des Unternehmertags abgehalten hätten, eine andere. KWF-Tagung und Unternehmertag der BaySF kommen aber erst im Juni. Eine dritte lautete, viele Besucher seien sonst unter anderem wegen Walter Warkotsch und seinem in der Regel sehr unterhaltsamen und pointierten Vortrag eingangs des Unternehmertags gekommen. Eine vierte lautete, es habe an einem Thema gefehlt, das die Forstunternehmer in ihrem täglich Geschäft betrifft. Und schließlich könnte es das Wetter gewesen sein, denn in den vergangenen Wochen war es zu nass zum Arbeiten, derzeit geht es wieder. Herausfinden wir man die genauen Ursachen wohl nicht. Fest steht, dass die, die nicht gekommen sind, eine Möglichkeit zum Austausch unter Kollegen nicht genutzt haben. Und zumindest dafür ist der Forstliche Unternehmertag die beste Gelegenheit, auch wenn das Programm nicht jeden zu 100 % anspricht.

Eric Labelle sprach seine Schlussworte auf Englisch und lud die bis zum Ende verbliebenen Besucher zum nächsten Unternehmertag im kommenden Jahr ein. Vielleicht werden es dann wieder mehr.

Marc Kubatta-Große

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