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FSC-Zertifizierung: Sägeindustrie fordert mehr Transparenz für Verbraucher

Die rheinland-pfälzische Landesregierung plant, den Staatswald nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren zu lassen. Zwar hält auch Lars Schmidt, Generalsekretär des Bundesverbands der Säge- und Holzindustrie Deutschland e. V. (BSHD), die Waldzertifizierung grundsätzlich für eine gute Sache. Er sieht jedoch noch einige Mängel, insbesondere beim FSC-Siegel. Sein Verband fordert daher mehr Transparenz für den Verbraucher, beispielsweise mit Blick auf die Herkunft des Holzes und die Vergleichbarkeit der jeweiligen Waldstandards zumindest auf europäischer Ebene. Schmidt: „Der Verbraucher muss beim Einkauf von Holzprodukten erkennen können, aus welchem Land das Holz stammt und ob die vor Ort angelegten Standards unserem heimischen, gesetzlich normierten Niveau entsprechen.“
Das FSC-Siegel allein biete nach Auffassung des BSHD für den Käufer keine ausreichende Orientierung. „FSC ist nicht gleich FSC“, betont Schmidt, „obwohl das Siegel auf den Produkten einheitlich ist.“ Er weist damit auf ein ernstzunehmendes Problem bei der Vergabe des Umweltsiegels hin, das mittlerweile auch von Umweltorganisationen kritisch gesehen werde. Die Standards, die die weltweiten Forstbetriebe erfüllen müssen, um das Siegel den Holzprodukten mit auf den weiteren Weg bis zum Verbraucher zu geben, seien von Land zu Land verschieden. Die Zertifizierungsmaßstäbe und Umweltauflagen in Deutschland seien nach Angaben des BSHD beispielsweise weitaus höher als in Südafrika, Russland oder Rumänien. In Deutschland werde zudem auf eine möglichst schonende Holzentnahme geachtet, wohingegen FSC in anderen Ländern selbst Plantagenholz zertifiziert. Ausländisches Holz gelänge unter diesen Voraussetzungen auf den deutschen Markt und kann dort zu weitaus günstigeren Preisen angeboten werden. Schmidt erläutert: „Der Verbraucher wird damit getäuscht. Eine differenzierte Kaufentscheidung zu Gunsten eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Ressource Wald ist nicht mehr gegeben.“ Das zukünftig vom FSC zertifizierte Holz aus Rheinland-Pfalz würde trotz weitaus höherer Umwelt- und Qualitätsstandards im internationalen Wettbewerb benachteiligt, wenn der Verbraucher neben dem einheitlichen Siegel ansonsten nur noch den Kaufpreis als Entscheidungsgrundlage hätte, befürchtet Schmidt.
Holzindustrie nimmt Staatswald in die Pflicht
Der BSHD fordert den die Landesforsten Rheinland-Pfalz auf, die bestehenden Mängel der FSC-Zertifizierung gemeinsam mit den Unternehmen der deutschen Sägeindustrie zu beheben. Nur so könnten die von Ministerin Höfken angesprochene Vorteile für die Verbraucherinnen und Verbraucher im Zusammenhang mit der FSC-Zertifizierung auch ermöglicht werden. „Im Sinne der Verbraucher und der Verwendung heimischer Holzprodukte müssen wir gemeinsam für stärkere Transparenz bei der FSC-Zertifizierung sorgen“, so Schmidt.
BSHD

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