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Biotopbaumkonzept für Landeswald Rheinland-Pfalz

Biotopbaumkonzept für Landeswald Rheinland-Pfalz

Als einen wichtigen Schritt zur Zertifizierung des Landeswaldes nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) hat Forstministerin Ulrike Höfken am 26. August 2011 ein Konzept zum Schutz von Biotopbäumen vorgestellt, das ab Ende August umgesetzt werden soll.
„Die Vielfalt der Arten in unseren Wäldern ist ein Schatz, den wir entwickeln wollen. Mit dem neuen Programm werden wir  alte Baumriesen, Horst- und Höhlenbäume, die wertvolle Lebensräume sind, ganz gezielt erhalten und nach einem oft über 100-jährigen Baumleben dem natürlichen Zerfall überlassen“, sagte Höfken im Walderlebniszentrum Soonwald in Stromberg. „Damit erhöhen wir die Chancen seltener Arten wie Mopsfledermaus, Specht, Schwarzstorch oder Haselmaus, sich wieder im Wald auszubreiten.  Ziel ist es, ein ‚Landesverkehrswegenetz’ der Arten aufzubauen.“
Das Biotopbaumkonzept ist Voraussetzung für die im Koalitionsvertrag vereinbarte stufenweise FSC-Zertifizierung des Landeswaldes. Am 29. August starten die Schulungen für Bedienstete der 45 Forstämter und rund 450 Forstreviere im ganzen Land. Aufgabe der Förster wird es sein, innerhalb des bewirtschafteten Waldes künftige Biotopbäume oder Baumgruppen auszuwählen und mit einer weißen Welle dauerhaft zu kennzeichnen. Ministerin Höfken wies darauf hin, dass bei der Ausweisung der Bäume auch Aspekte der Sicherheit der Waldbesuchenden und der im Wald arbeitenden Menschen berücksichtigt würden.
Im Internationalen Jahr der Wälder 2011 betonte Ministerin Höfken die Bedeutung des naturnahen Waldbaus, der im Landeswald erfolgreich betrieben werde: „Die Nutzung des nachhaltigen und klimaneutralen Rohstoffes Holz wird an Bedeutung gewinnen.“ Umso wichtiger werde es, im Rahmen der Bewirtschaftung die ökologisch wertvollen Elemente zu erfassen und zu entwickeln.
Hintergründe und Ziele
  • Rheinland-Pfalz ist mit 42 % Waldanteil das waldreichste Bundesland. Der Staatswald nimmt hiervon rund 25 % (215.000 ha ein.
  • Landesweit fallen knapp 80 % der FFH- und Vogelschutzgebiete in den Wald. Ein Drittel davon liegen im Staatswald. Mit der Zertifizierung nach FSC wird angestrebt, 5 % der Staatswaldfläche als Referenzflächen für natürliche Entwicklung auszuweisen. Diese sollen auch der vergleichenden Forschung zwischen bewirtschafteteten und unbewirtschafteten Flächen dienen. Das Biotopbaumkonzept trägt dazu bei.
  • Die neue Zertifizierung nach FSC soll Ausdruck der besonderen Verpflichtung des Staatswaldes zur ökologisch ausgerichteten Forstwirtschaft sein.
  • Die Landesregierung wird als nächsten Schritt ein so genanntes Vor-Audit nach FSC in Auftrag geben. Hierdurch werden sich weitere Hinweise auf zusätzliche Anpassungen der Bewirtschaftung ergeben. Es ist davon auszugehen, dass die FSC-Zertifizierung 2012 umgesetzt wird.
MULEWF RP

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