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FSC-Vollversammlung 2012

FSC-Vollversammlung 2012

„Um weltweit mehr positiven Einfluss auf die Waldbewirtschaftung zu nehmen, braucht es mehr zertifizierte Waldfläche. Die Summe der Siegel deckt noch zu wenig Fläche ab. FSC war für mich immer das Zertifizierungssystem der ersten Wahl“, erklärte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, auf der diesjährigen FSC-Vollversammlung am 11.-12.06.2012 in Schwedt an der Oder. Knapp 100 Mitglieder und Gäste waren sich im Rahmen der diesjährigen FSC-Vollversammlung in Brandenburg darüber einig, dass der FSC ein zentrales Instrument darstellt, um verantwortungsvoll produzierte Holz- und Papierprodukte in der Praxis umzusetzen.
Roter Faden der Veranstaltung war die Besinnung auf die Kernwerte des FSC, u.a. die Schaffung von Verbindung zwischen den unterschiedlichsten, involvierten Interessensgruppen. „Der FSC sichert lokale Kulturen und schafft eine Gemeinschaft für globale Verantwortung. Er gewährleistet regionales und nachhaltiges Waldmanagement und das Recht der Menschen, ihren lokalen Lebensraum selbst zu bestimmen“, machte Tobias Heimpel, Vorstandsmitglied des FSC Deutschland, deutlich. „Wir stehen gemeinsam für eine stetige Verbesserung des FSC weltweit.“
Dieser Maxime war auch das Rahmenprogramm der Veranstaltung verpflichtet. So bekamen die Gäste einen Einblick in die FSC-zertifizierte Forstwirtschaft in Polen. Polnische Vertreter führten durch FSC-zertifizierte Waldgebiete und boten Diskussion zu Standardinhalten. Zentrales Anliegen war die Schaffung von mehr Verständnis für die unterschiedlichen Rahmenbedingungen von Forstwirtschaft in Deutschland und Polen, die zu graduellen Unterschieden in nationalen FSC-Standards führen.
Weiterer Schwerpunt der Konferenz war eine Werksführung bei der LEIPA Georg Leinfelder GmbH, einer der führenden Hersteller von FSC-zertifiziertem Recyclingpapier in Europa und Veranstaltungspartner der Vollversammlung. „Dem FSC-System wird häufig vorgeworfen, es sei zu kompliziert. Wir können zeigen, dass es möglich ist, dieses System erfolgreich in industrieller Großproduktion von Produkten umzusetzen,“ sagte Rico Karolow, Leiter Umwelt bei LEIPA.
Im Rahmen einer Diskussion zur Europäischen Holzverordnung wurde zusammen mit Vertretern des FSC International und BMELV deutlich, dass die FSC-Zertifizierung eine zentrale Rolle bei der Einführung eines neuen europäischen Gesetzes spielen kann. Die europäische Holzverordnung wird im März 2013 in Kraft treten und soll illegales Holz aus europäischen Märkten ausschließen. Die Präsentationen zu diesem Workshop finden Sie auf unserer Website.
„Je mehr Interessensgruppen in einen Prozess involviert sind, desto wichtiger ist es, eine Kultur von Partizipation und Transparenz zu schaffen, um das Projekt zum Erfolg zu führen,“ sagte Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks Unteres Odertal. Er bot interessante Einblicke wie dieses Unterfangen in einem Großschutzgebiet gelungen ist, das zeitweise mit großen Konflikten und Akzeptanzproblemen zu kämpfen hatte. Auch für den FSC ist diese Frage eine zentrale, um die Zertifizierung voranzutreiben, aber auch um bestehenden Konfliktfällen zu begegnen.
Innerhalb des ehrenamtlichen Vorstands gab es einen personellen Wechsel. Jörg-Andreas Krüger vom NABU, stellvertretender Umweltkammervorstand, verabschiedete sich nach vier verdienstreichen Jahren aus seinem Amt. Als sein Nachfolger wurde Lutz Fähser als Vertreter des BUND und Greenpeace gewählt. Nina Griesshammer, vom WWF, wurde in ihrem Amt als Umweltkammervorstand bestätigt.
 
FSC

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