17.02.2017Holzmarkt | Holzmarkt | Holzindustrie, -verbände

FSC beendet Bewährungsfrist und trennt sich
von der Schweighofer Gruppe

Der Forest Stewardship Council (FSC) hat entschieden, die laufende Bewährung gegen die österreichische Schweighofer Gruppe aufzuheben und sich von der Unternehmensgruppe zu trennen (engl.: Disassoziierung).

Der internationale FSC Vorstand traf diese Entscheidung aufgrund zusätzlicher Informationen über mögliche Regelverstöße der Schweighofer Gruppe bei der Holzvermessung. Für eine Einschätzung zu Umfang und Auswirkung dieser Regelverstöße ist eine weitere Untersuchung gemäß der FSC Policy for Association notwendig. Die Einleitung eines zusätzlichen Untersuchungsverfahrens ist nach Auffassung des FSC jedoch unvereinbar mit der laufenden Bewährungsfrist des Unternehmens.
 
Sollten sich die Anschuldigungen gegen die Schweighofer Gruppe bestätigen, sieht der Vorstand bei einer Fortsetzung der Bewährung ein erhöhtes Risiko, dass Produkte in die Verarbeitungskette gelan-gen könnten, die die Standards und Regeln des FSC nicht erfüllen. Dies ist für ein glaubwürdiges Zerti-fizierungssystem nicht tragbar.
 
Die Schweighofer Gruppe hat die Entscheidung gegenüber FSC akzeptiert. Sie wertet diese als ein Signal, die Erwartungen von Stakeholdern zu erfüllen und sie in ihrem Engagement zu stärken. Daher hat das Unternehmen entschieden, seine noch bestehenden FSC-Zertifikate mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Das Unternehmen demonstriert damit seine Anerkennung und Verpflichtung gegenüber der FSC Policy for Association.
 
Der FSC nimmt die Bemühungen der Schweighofer Gruppe bei der Entwicklung eines vorläufigen Plans mit Korrekturmaßnahmen in den vergangenen drei Monaten anerkennend zur Kenntnis. Dieser Plan bildet eine gute Basis für weitere Diskussionen und die Entwicklung eines Fahrplans zur Beendigung der formellen Trennung. In Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Schweighofer Gruppe und den daraus resultierenden Ergebnissen, stellt der FSC Vorstand für Produktionsstätten außerhalb Rumäniens eine schrittweise Aufhebung der Trennung in Aussicht.
 
„FSC plant in Rumänien eine dauerhafte Repräsentanz einzurichten, um vor Ort effektiv mit den Stakeholdern und Mitgliedern zusammenarbeiten zu können. Unser Ziel ist es, langfristig verantwortungsvolle Waldwirtschaft im Land zu etablieren. Grundlage hierfür könnte beispielsweise ein interessenübergreifender Runder Tisch sein. Um dies zu erreichen, ist ein konstruktiver Dialog mit der Schweighofer Gruppe und allen relevanten Stakeholdern in Rumänien erforderlich“, sagt Kim Carstensen, Geschäftsführer FSC International.

FSC Deutschland

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