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Freizeitaktivitäten im Wald und das Verhalten von Auerhühnern

Freizeitaktivitäten im Wald, seien es Wandern, Mountainbike-Fahren, Pilze- und Beerensammeln im Sommer oder Skilaufen und Schneeschuhwandern im Winter, nehmen räumlich und zeitlich an Intensität zu und können einen Einfluss auf die im Wald bewohnenden Tiere haben. Welchen Einfluss sie speziell auf das Verhalten von Auerhühnern haben, hat ein Forschungsteam der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) mit Hilfe von Funksendern im Schwarzwald untersucht.

Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie Auerhühner von Erholungssuchenden beeinflusst werden, die sich auf klaren Linien oder Flächen bewegen, wie beispielsweise auf Wanderwegen, Loipen oder Pisten. Zudem wurde analysiert, wie dieser Einfluss im Verhältnis zu anderen Lebensraumfaktoren steht. Dabei wurde zwischen Sommer und Winter unterschieden. ; Aus den Ergebnissen ; Es wurde festgestellt, dass Auerhuhn-Reviere auch in touristisch intensiver genutzten Bereichen vorkommen. Innerhalb ihres Reviers meiden die Auerhühner jedoch eindeutig die vom Menschen genutzte Infrastruktur sowohl im Sommer als auch im Winter. Im Sommer ist die Meidung der ausgewiesenen Mountainbike-Trails stärker ausgeprägt als die der Wanderwege. Im Winter wurden sowohl Loipen als auch Winterwanderwege, ausgewiesene Schneeschuh-Trails und Pisten ähnlich stark gemieden. Der Meidungseffekt war im Sommer auf eine Distanz von rund 145 m von Mountainbike-Trails und Wanderwegen bemerkbar und im Winter auf eine Distanz von rund 320 m von allen Erholungsinfrastrukturen (Pisten, Loipen, Winterwanderwegen, Schneeschuh-Trails). Für das gesamte Auerhuhn-Verbreitungsgebiet im Schwarzwald bedeutet dies, dass im Sommer rund 20 % und im Winter rund 40 % der von Auerhühnern besiedelten Flächen durch diese Formen der Erholungsnutzung beeinträchtigt werden. Störungen durch Erholungssuchende, die sich abseits der Wege bewegen, sind hier noch nicht inbegriffen. Ihre Störwirkung wird als noch gravierender eingeschätzt. ; Des Weiteren zeigte die Studie, dass die Auerhühner sich in der Deckung von dichten Sträuchern näher an Wege oder Loipen heranwagen. Daher ließe sich die Störwirkung auf Auerhühner durch Erholungssuchende durch eine entsprechende Gestaltung der Waldränder entlang von Wegen reduzieren. ; Aus den Folgerungen ; Für das langfristige Überleben der Auerhühner im Schwarzwald sind folgende Faktoren wichtig: Bei der Waldbewirtschaftung sollte beachtet werden, dass genügend geeigneter Lebensraum für Auerhühner zur Verfügung steht. Bei der Planung touristischer Infrastrukturen sollte die Flächeninanspruchnahme für Freizeitaktivitäten stärker konzentriert, für den Menschen qualitativ optimiert und quantitativ reduziert werden, damit größere „Ruhebereiche“ als Rückzugsräume für die Tiere entstehen. ; ; Der Artikel im „Journal of Avian Biology“: Coppes, J., Ehrlacher, J., Suchant, R. and Braunisch, V. (2017) Outdoor recreation causes effective habitat reduction in Capercaillie Tetrao urogallus: a major threat for geographically restricted populations. J Avian Biol. 48: 01-12. doi:10.1111/jav.01239

FVA

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