Naturschutz, Landschaftspflege

Freiwillige helfen beim Waldschutz auf Naturerbeflächen

Bearbeitet von Carolin Föste

14 freiwillige Helferinnen und Helfer aus ganz Deutschland nutzten in dieser Woche ihre Freizeit, um sich im praktischen Naturschutz zu engagieren: Vom 13. bis zum 19. Februar ist der Verein Bergwaldprojekt zu Gast auf der Naturerbefläche Hainberg in der Nähe von Fürth.

Eine Woche haben die Teilnehmenden Arbeit geleistet, um dort beispielsweise die Spätblühende Traubenkirsche zu bekämpfen, berichtet die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Mit den aktuellen Problemen der Ökosysteme vor Augen solle der Einsatz die Freiwilligen auch für eine nachhaltige Lebensweise in ihrem Alltag sensibilisieren.

Wiedehopf in der Landschaft
Der Wiedehopf ist mit seinem auffälligen Schopf und seinem gebogenen, bis zu sechs Zentimeter langen Schnabel leicht zu erkennen. Der „Vogel des Jahres 2022“ gilt in Deutschland als gefährdet. Dem Wiedehopf fehlen immer mehr die Lebensräume wie höhlenreiche Waldränder.
Foto: E. Brunn/ Bundesforst

Handarbeit für den Vogel des Jahres

Dieses Mal standen Waldränder und Hutewaldflächen im Fokus: Die Helfenden entfernen in Handarbeit die Stockausschläge der Spätblühenden Traubenkirsche. Denn die nordamerikanische, schnellwachsende Baumart bedrängt anderen Arten.

Die Teilnehmenden des Bergwaldprojektes pflegten auch die halboffenen Hutewaldflächen mit ihren vereinzelten alten Laubbäumen. Die früheren Waldweiden, bei denen sich beispielsweise Schweine an Eicheln satt fraßen, würden andernfalls ihren historischen Charakter verlieren. „Die Frauen und Männer leisten hier harte Arbeit“, stellt Revierleiter Jens-Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg fest. Arbeit, die sich lohne: So bleibe der Sandlebensraum auch im Wald für den Wiedehopf, das Silbergras und die Sandgrasnelke erhalten.

Die rund 195 ha große Fläche gehöre zum Nationalen Naturerbe und sei 2009 vom Bund an die gemeinnützige Tochtergesellschaft der DBU, dem DBU Naturerbe, übertragen worden. „Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung haben sich hier wertvolle Lebensräume erhalten“, sagt Meyer. So wurden die Wiesen auf dem Gelände in der Vergangenheit nicht gedüngt oder intensiv landwirtschaftlich genutzt. Sie blieben nährstoffarme Lebensräume, die in Deutschland selten geworden seien.

Bergwaldprojekt organisiert 161 Projektwochen im Jahr

Unter Leitung von Adrian Braemer vom Bergwaldprojekt konnten die Teilnehmenden nicht nur praktische Erfahrung sammeln, sondern auch an einer Exkursion teilnehmen, um die vielfältigen Aspekte des Projektgebietes und dessen Bedeutung für den Menschen näher kennenzulernen.

„Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 4.000 Menschen in die Natur. 2022 finden 161 Projektwochen an 81 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt“, sagt Braemer. Insgesamt fünf Projektwochen finden in diesem Jahr auf DBU-Naturerbeflächen statt. Ziel der Arbeitseinsätze sei es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.

Wie werden Naturerbeflächen ausgewiesen?

Das DBU Naturerbe verantworte als Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Naturschutz auf 71 überwiegend ehemaligen Militärflächen mit rund 70.000 ha in zehn Bundesländern. Auch in Folge der Wiedervereinigung und des langanhaltenden Friedens in Europa habe der Bund etwa 164.000 ha Naturfläche als Nationales Naturerbe ausgewiesen und an Stiftungen, Naturschutzverbände oder Bundesländer übertragen.

Quelle: DBU