WaldÖkologie

Offenlandlebensräume wiederherstellen

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Zu Beginn des Jahres haben Forstmaschinen insgesamt 5 ha auf der DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheiden gerodet. Was im ersten Moment nicht nach Naturschutz aussieht, zeichnet den Start eines Maßnahmenpakets, um offene Binnendünen und feuchte Heiden wiederherzustellen – zwei seltene und daher besonders wertvolle Offenlandlebensräume.

In der Norddeutschen Tiefebene liegend gehört die rund 1.400 ha große DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheiden mit ihren typischen Sandböden zur atlantischen Region. „Um die biologische Vielfalt in den Küstenheiden zu erhalten, entsteht hier ein Wald-Heide-Mosaik im Rahmen eines von der EU geförderten integrierten LIFE-Projekts Atlantische Sandlandschaften“, erklärt Bundesforstrevierleiter Dominik Sucker-Weiß, der die Fläche vor Ort betreut. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) setzt das Vorhaben in Kooperation mit dem Bundesforstbetrieb Niedersachsen und dem DBU Naturerbe, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Eigentümerin der Fläche, um.

Offene Binnendünen sind sehr selten

In Deutschland zählen offene Binnendünen heute zu den sehr seltenen Lebensräumen und stehen unter dem Schutz der Europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Eine Vielzahl an spezialisierten Pflanzen- und Tierarten wie die Sand-Segge oder bestimmte Wildbienenarten benötigen genau diese Biotope: Wald-Heide-Mosaike mit offenen Sandflächen, Heidevegetationen, flechtenreiche Areale sowie Horst- und Höhlenbäume. „In wenigen Jahren kann sich hier durch die Lage zu den benachbarten Offenlandflächen ein naturschutzfachlich sehr wertvoller Biotop auf Sand einstellen, der dann im Verbund gut zu pflegen sein wird“, sagt Tom Kutter vom NLWKN Hannover. Das DBU Naturerbe betont, dass hierfür eine landwirtschaftliche Förderfähigkeit wichtig sei.

Zweites Projekt: Schutz der Feucht- und Anmoorheiden

Im Fokus der Naturschutzmaßnahmen steht auch eine zweite Teilfläche: Im Nordosten der Küstenheiden, im Holter Steertmoor, liegen Feucht- und Anmoorheiden, die noch durch Entwässerungsmaßnahmen aus der Vergangenheit beeinträchtigt sind.  Durch den gestörten Wasserhaushalt haben sich auch Pfeifengrasbestände und die Spätblühende Traubenkirsche ausgebreitet. Voraussichtlich im Herbst werden Teile der Pfeifengrasbestände abgetragen und die Entwässerungsgräben verschlossen. Alle Maßnahmen werden mit der Waldbehörde, der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Denkmalschutz abgestimmt. Sie setzen den Naturerbe-Entwicklungsplan für die Cuxhavener Küstenheiden und die FFH-Richtlinie der Europäischen Union um.

Infos: www.sandlandschaften.de und www.nlwkn.niedersachsen.de

Quelle: DBU